Dank an „Vor-Ort-Begegnungen“

Melanie Meyer
Zülfiye Kaykin (2.v.r), NRW-Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit und Soziales, überreichte am Mittwoch im Migrantenzentrum Paulstraße in Gelsenkirchen 22 Ehrenamtskarten an Menschen mit Migrationshintergrund. Zu den Gratulanten gehören Bürgermeisterin Gaby Preuß (v. r.), Jürgen Meißner und Beate Raffalski von der Ehrenamtsagentur. Hier erhält Kemal Demir, der sich als Theaterpädagoge im Bereich der Jugendarbeit engagiert, seine Auszeichnung.
Zülfiye Kaykin (2.v.r), NRW-Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit und Soziales, überreichte am Mittwoch im Migrantenzentrum Paulstraße in Gelsenkirchen 22 Ehrenamtskarten an Menschen mit Migrationshintergrund. Zu den Gratulanten gehören Bürgermeisterin Gaby Preuß (v. r.), Jürgen Meißner und Beate Raffalski von der Ehrenamtsagentur. Hier erhält Kemal Demir, der sich als Theaterpädagoge im Bereich der Jugendarbeit engagiert, seine Auszeichnung.
Foto: WAZ
Feierstunde an der Paulstraße: 22 Ehrenamtlichen mit Migrationshintergrund wurden von NRW-Staatssekretärin Zülfiye Kaykin Ehrenamtskarten überreicht.

Gelsenkirchen.  Das Internationale Migrationszentrum an der Paulstraße in Bismarck strahlte am Mittwoch in besonderem Glanz. Und zwar in dem von echter Leidenschaft. Versprüht von 22 Ehrenamtlern mit Migrationshintergrund, die für ihr langjähriges Engagement mit der Ehrenamtskarte des Landes NRW geehrt wurden. „Es ist toll, die Begeisterung in den Gesichtern der Ehrenamtlichen zu sehen“, sagt Admir Bulic von der Awo Integrationsagentur, die die Koordination von interkulturellem Ehrenamt übernimmt. „Jeder Einzelne ist mit seinen Potenzialen eine Bereicherung. Ohne die Ehrenamtler könnten wir kein so breites Angebot bewerkstelligen“, sagt er.

Ebenso wie er betont auch Bürgermeisterin Gabriele Preuß (SPD) die Bedeutung des Ehrenamtes: „Ehrenamt findet oft im Verborgenen statt, ist selbstlos – und soll noch lange keine Selbstverständlichkeit sein.“ Und Zülfiye Kaykin, Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales, schließt sich an. „Ehrenamt ist immer mit einer Herzensangelegenheit verbunden. Man darf diese „Vor-Ort-Begegnungen“ nicht kleinreden, sie sind echte Basisarbeit“, sagte sie und fügte den Appell hinzu: „Bitte gehen Sie diesen Weg weiter und seien sie Vorbild, dass sich mehr Menschen engagieren und an einer friedlichen Gesellschaft arbeiten“. 22 Prozent der Menschen in NRW haben, so sagt es Kaykin, einen Migrationshintergrund. Wie passend, dass genau 22 Menschen mit Zuwanderungsgeschichte an diesem Nachmittag geehrt wurden – sei es in der Frauen-, Alten-, Behinderten- oder Jugendarbeit, bei der Organisation von Informationsveranstaltungen oder bei der Gestaltung von kulturellen Projekten.

Unter großem Applaus erhielten die Männer und Frauen zwischen 17 und 80 Jahren ihre Ehrenamtskarten, beglückwünschten sich gegenseitig. Einer von ihnen, der besonders viel Applaus bekam, war Kemal Demir (56). Der gebürtige Türke ist seit 24 Jahren in Deutschland, ist Diplom-Theaterpädagoge und Regisseur. Auch ehrenamtlich führt er regelmäßig Theaterprojekte durch. Als „doppelt integrativ“ beschreibt er diese, da sie sowohl zwischen den Kulturen als auch zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen vermitteln. Wo er seinen Antrieb sieht? „Ich liebe meine Mitmenschen, so bin ich einfach. Ich ziehe hieraus meine Energie“, schwärmt er, „ich bin der Meinung, wenn man eine Begabung oder besonderes Wissen hat, soll man beides nutzen, damit auch andere davon profitieren.“

Mit der Ehrenamtskarte können öffentliche und private Einrichtungen vergünstigt genutzt werden.