Consol Theater Gelsenkirchen ist international gefragt

Anne Bolsmann
Besonders die Produktion „Adler an Falke“ mit Eric Rentmeister (gestreift) und Manuel Moser des Consol Theaters ist international  gefragt.
Besonders die Produktion „Adler an Falke“ mit Eric Rentmeister (gestreift) und Manuel Moser des Consol Theaters ist international gefragt.
Foto: WAZ FotoPool
Wales, Shanghai und Belgrad – das sind nur drei der vielen Spielorte, an denen das Gelsenkirchener Consol Theater in den vergangenen Monaten Spuren hinterlassen hat. Denn nicht nur das eigene Haus wird für Aufführungen genutzt, sondern auch auf „fremden“ Bühnen werden hauseigenen Stücke vorgestellt.

Gelsenkirchen. „Bevor wir das Haus hier vor zehn Jahren bezogen haben, waren wir als ‘forum kunstvereint’ ein Tourneetheater. Und dieser Tradition sind wir bis heute treu geblieben“, sagt Andrea Kramer, Künstlerische Leiterin des Consol Theaters. „Natürlich sind wir hauptsächlich hier in der näheren Umgebung und in NRW unterwegs. Aber es gibt eben auch Einladungen zu deutschlandweiten und internationalen Festivals, die für ins inzwischen einfach dazu gehören“, sagt Christiane Freudig, Geschäftsführerin des Theaters.

Theaterteam war mehr als 35 Mal unterwegs

Allein in dieser Spielzeit war das Theaterteam bereits über 35 Mal unterwegs. Besonders erfolgreich übrigens mit der Inszenierung „Adler an Falke“, die mit über 20 Gastspielen in NRW zum Spitzenreiter ihres Formats avancierte und unter anderem als „Kindertheater des Monats“ vom NRW-Kultursekretariat Wuppertal ausgezeichnet wurde.

Auch bei den Festivals „Theaterstarter“, „Penguins Day“ und dem „Theatertreffen NRW“ konnten die Gelsenkirchener damit punkten – und riefen so auch internationale „Scouts“ auf den Plan, die das Ensemble zum „Open-doors“ Festival nach Wales und zum „Tiba-Festival“ nach Belgrad einluden. „Dass wir so oft eingeladen werden, zeigt uns, dass wir mit unseren Produktionen im internationalen Vergleich mithalten können“, betont Freudig.

In Osteuropa werden Stücke übertitelt

Dabei können aus logistischen und spielplantechnischen Gründen längst nicht alle Einladungen angenommen werden. „Für uns sind solche Gastspiele mit erheblichen finanziellen Kosten und viel Aufwand verbunden, weil ja zeitgleich auch die Theaterarbeit hier am Haus weiterlaufen soll“, erklärt Andrea Kramer. Das Stück „Adler an Falke“ wurde für das walisische Publikum übrigens extra ins Englische übersetzt. In Japan, wo man 2010 „Die Blutroten Schuhe“ aufführte, integrierte man eine japanische Schauspielerin, die entscheidende Stellen für das Publikum zusammenfasste.

„In Osteuropa, wo wir viel unterwegs sind, werden die Stücke in der Landessprache übertitelt“, sagt Andrea Kramer, die sich schon auf die nächste große Reise freut: „Wir sind in diesem Jahr nach Kamerun eingeladen, um bei einem afrikanischen Festival mitzuwirken. Wenn es uns gelingt, dafür Fördermittel einzuwerben, wird das eine tolle Sache.“

Zunächst steht jedoch eine Fahrt zum Jugendtheatertreffen NRW in Paderborn an, wo „Gegen den Fortschritt“ als eine der besten Inszenierungen des Landes gastieren wird.