„Cirque Bouffon“ – Poetische Reise ins Zirkus-Wunderland

Der Cirque Bouffon präsentiert seine neue Show „Quilombo“  auf dem Kennedyplatz vor dem Musiktheater im Revier.
Der Cirque Bouffon präsentiert seine neue Show „Quilombo“ auf dem Kennedyplatz vor dem Musiktheater im Revier.
Foto: Lars Heidrich
Der „Cirque Bouffon“ begeisterte in Gelsenkirchen mit einer magischen Melange aus mystischen Klängen, Akrobatik, Artistik, Clownerie und Pantomime.

Gelsenkirchen.. Bunte Lichter funkeln unter der nachtblauen Kuppel, rote Polster auf den Holzbänken laden zum engen Zusammenrücken ein, Popcorn-Duft und erwartungsfrohe Spannung liegen in der Luft. Der Zirkus ist in der Stadt! Doch wenn der Gastgeber ein Opernhaus ist, dann erwartet das Publikum mehr als Menschen, Tiere, Sensationen. Zu Recht: Im Programm „Quilombo“, mit dem der „Cirque Bouffon“ im Zelt vorm Musiktheater Premiere feierte, da ist vor allem jede Menge Musik drin. Live-Musik!

Am Ende klatschten die rund 400 Besucher der brillant musikalischen Artistentruppe stehend mit. Der einhellige Jubel galt einer magischen Melange aus mystischen Klängen, Akrobatik, Artistik, Clownerie und Pantomime.

Ein wirbelndes Durcheinander

Hier begrüßt der Zirkusdirektor noch jeden Gast persönlich: Fréderic Zipperlein, einst Mitglied des legendären „Cirque du Soleil“, steht am Zugang in eine Welt, die die Menschen zwei Stunden lang verzaubern wird. Ein Kartenabreißer, der die meisten Besucher am Ende auch wieder mit Handschlag verabschieden wird. Der „Cirque Bouffon“ ist eben der etwas andere Zirkus. Roncalli in Klein? Ein bisschen schon, aber doch auch wieder ganz anders.

Die Franzosen setzen mit ihrer internationalen Truppe auf ein fast durchgängig wirbelndes und treibendes Miteinander und Durcheinander. Und das Publikum – immer ganz nah dran! Die Besucher auf den Klappstühlchen in der ersten Reihe stehen mit den Füßen schon fast in der Manege. Die ist hier nicht mit Sägespänen ausgelegt, sondern besteht aus einer kreisrunden Arena.

Die magische Sängerin in langem Gewand

Von den Seiten gehen die Akteure auf und wieder ab. Der afrikanische, ganz in Weiß gewandete Trommler Aziz Kuyateh zum Beispiel, oder Adam Tomaszewski, der Xylophon-Magier und Spaß-Percussionist. Oder die magische Sängerin in langem Gewand und mit exzentrischem Schmuck, die fast jeder Showeinlage mit magischen Gesängen eine mystische Aura verleiht. Es ist Anja Krips, die mit ihrem Mann diesen Zirkus dirigiert.

Zu Beginn trägt die Sängerin wie ein Heiligtum ein Miniatur-Karussell vor sich her, ein Versprechen für eine Reise in eine Welt, die sich bald rasend schnell drehen wird.

Verrückte Gestalten tauchen auf, wie der Clown Mariano Carneiro, ein stolzer, aber tollpatschiger Latino, oder Jimmy Gonzales, der die Bälle durch die Luft wirbelt und Faxen mit Tonklumpen macht. Ob atemberaubende Akrobatik an der Stange oder der Tanz mit dem Reifen, da ist stets Virtuosität im Spiel. Auch jede Menge Kraft.

Wunderbar Zauberer Ernesto Terri, der einen Riesenhasen aus den Zylinder zieht – allerdings nur pantomimisch, und dennoch sieht das Publikum das unsichtbare, opulente Vieh förmlich aus dem Zelt hoppeln.

Temporeicher Ausklang

Diesen magischen Reigen befeuert eine Musik, die munter unterschiedliche Stile mixt. Da trifft argentinischer Tango auf den Sound Afrikas, klassische Zirkusmusik auf mystische Meditationsklänge.

Das Zelt steht übrigens schlicht auf den nackten Steinen des Kennedyplatzes, innen ist der Rundgang nur ein wenig mit roten Teppichen ausgelegt. Unterm Zelthimmel aber entfaltet sich pure Magie, auch wenn der erste Teil gegen Ende ein paar Längen bekam, drehte der Abend im zweiten noch mal so richtig temporeich auf. Das Premierenpublikum, es jubelte.

  • Der „Cirque Bouffon“ zeigt sein Programm „Quilombo“ noch bis zum 26. Juni auf dem Kennedyplatz direkt vor dem Musiktheater.

  • Vorstellungen finden mittwochs bis freitags jeweils um 19.30 Uhr statt, samstags um 14.30 und um 19.30 Uhr, sonntags um 14.30 und um 17.30 Uhr.

  • Montags und dienstags gibt es keine Vorstellungen.

  • Karten gibt es zwei Stunden vor der Vorstellung am Theaterzelt, über westticket.de oder an der Theaterkasse im Musiktheater, Kennedyplatz. Infos: 0209 4097 200. Karten für Erwachsene ab 27 Euro.

 
 

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