Gelsenkirchen

Chinchilla-Clan in Gelsenkirchen und Mülheim quälte die Tierchen wohl für ihre Pelze

Hier holen Tierretter mehr als 50 Chinchillas aus einem abgemeldeten Wohnwagen in Mülheim.
Hier holen Tierretter mehr als 50 Chinchillas aus einem abgemeldeten Wohnwagen in Mülheim.
  • Mehr als 500 verwahrloste Chinchillas wurden in Mülheim und Gelsenkirchen aus illegalen Zuchten geholt
  • Alle Fälle hängen zusammen
  • Es ging wohl um die Pelze der armen Tierchen

Gelsenkirchen. Sie waren in einem erbarmungswürdigen Zustand - abgemagert, krank und teilweise schon tot: Mehr als 500 verwahrloste Chinchillas haben die Städte Mülheim und Gelsenkirchen zusammen mit Polizei und Feuerwehr seit Ende November aus illegalen Zuchten geholt.

Und es zeichnet sich ab: Die Tierchen wurden wohl wegen ihrer Pelze gehalten!

„Wir haben Hinweise darauf, dass die Tiere verkauft werden sollten“, sagt Oliver Schäfer, Sprecher der Stadt Gelsenkirchen, im Gespräch mit DER WESTEN.

Seltene, teils besondere Farbschläge

Sein Kollege Volker Wiebels, Sprecher der Stadt Mülheim, sagt: „Bei den Tieren handelt es sich um verschiedene, zum Teil besondere Farbschläge. Aufgrund der Vielzahl der Tiere liegt es nahe, dass es sich um eine gewerbliche Zucht handelt.“

Alle Chinchillas - sowohl in Mülheim als auch in Gelsenkirchen - gehörten anscheinend einer einzigen Familie.

Alle Fälle hängen zusammen

Die Halterin der Gelsenkirchener Zucht hat bereits ein Nagetier-Haltungsverbot am Hals. Bei ihr fanden Tierretter am 25. November 122 Chinchillas. Das Verbot habe sie aber offenbar nicht eingehalten, sagt Oliver Schäfer. Deshalb werde jetzt über ein Bußgeld nachgedacht.

Denn: Auch die beiden Mülheimer Fälle hängen mit ihr zusammen. Dort rettete die Stadt am 25. November unglaubliche 340 Chinchillas aus zwei Wohnungen am Nachbarsweg. Die WAZ berichtet, dass in einer der Wohnungen die Tochter der Züchterin aus Gelsenkirchen wohnt.

Dann, am 10. Dezember, die nächste Rettungsaktion in Mülheim: Aus einem abgemeldeten Wohnwagen mit Gelsenkirchener Kennzeichen holte die Stadt mehr als 50 der kleinen Nager.

Familie blieb hartnäckig am Ball

Zuvor hatte es Hinweise aus der Bevölkerung gegeben, dass in dem Wagen haufenweise Chinchillas illegal gehalten würden. Laut WAZ war der Wohnwagen auf den Lebensgefährten der Gelsenkirchenerin gemeldet.

Das will Schäfer am Montag so nicht bestätigen, sagt aber: „Wir haben es hier mit einem zusammenhängenden und hartnäckigen Personenkreis zu tun.“

Die Städte Gelsenkirchen und Mülheim arbeiten in den Fällen intensiv miteinander. Sie wollen den Personenkreis „engmaschig kontrollieren“, so Schäfer.

Tiere sind jetzt in ärztlicher Betreuung

Die Riesen-Anzahl an gequälten Nagetieren hat sowohl Schäfer als auch Wiebels geschockt. „Sowas habe ich in meinen 39 Jahren Dienstzeit noch nie erlebt“, sagt Wiebels.

Gegen die Mülheimer Halter läuft jetzt ein Verwaltungsverfahren.

Die befreiten Tiere sind nun in extra dafür hergerichteten Räumen der Stadt Mülheim untergebracht und werden dort tierärztlich betreut.

Viele der Chinchillas sind krank oder haben Bissverletzungen davongetragen. „Leider sind auch einzelne Tiere verstorben, diese wurden zur pathologischen Untersuchung eingesandt. Die Ergebnisse der Untersuchungen stehen noch aus“, so Wiebels.

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