Bundesweite Aktion macht Halt in Gelsenkirchen

Teilnehmer – mit und ohne Depressionserfahrungen haben sich auf die Mut-Tour gemacht. Ein Halt in Gelsenkirchen.
Teilnehmer – mit und ohne Depressionserfahrungen haben sich auf die Mut-Tour gemacht. Ein Halt in Gelsenkirchen.
Foto: Foto: Martin Möller / Funke Fot
Depressionen: Mut zur Hilfe. Menschen mit und ohne solchen Erfahrungen radeln durch Deutschland, um Betroffenen Hoffnung zu geben.

Gelsenkirchen.. Es gehört Mut dazu, sich zu Depressionen zu bekennen. Auch heute noch. Daher fahren bundesweit Menschen mit und ohne Depressionserfahrungen auf der „Mut-Tour“ gemeinsam Rad und sprechen auf ihren Stationen offen über die Krankheit, wie diese lange ihren Lebensweg bestimmt hat, und – was viel wichtiger ist – wie es ihnen gelungen ist, Wege heraus zu finden. Im Rahmen des Aktionstages „100 % (er)Leben!“ machten die mutigen Radler Station in Gelsenkirchen. „Wir haben ganz häufig festgestellt, dass psychische Erkrankungen und Sucht oft gekoppelt vorkommen“, sagt Veranstalterin Kathrin Küsgen von der Gelsenkirchener Drogenberatung. „Es ist of schwer zu sagen, was zuerst da war...!“

Stigmatisierung bekämpfen

Valentin Wolkow, der mit seinen Mitstreitern auf drei Tandems nach 120 Kilometern in Gelsenkirchen angekommen ist, kann das nicht ganz unterstreichen. „Depressionen sind so unterschiedlich wie die Menschen an sich“, sagte der Viersener, der mit 22 Jahren seine erste schlimme Phase erleben musste. „Daher ist es uns ein Anliegen, Menschen vor allem durch die Presse aufzuklären, Hilfsangebote zu vermitteln und auch die Stigma auszumerzen.“ Denn trotz der großen Betroffenheit nach Selbsttötungen prominenter Menschen wie etwa Robert Enke 2009 ist die Krankheit weiterhin gesellschaftlich mit Vorurteilen belegt.

Auch auf der Bühne spricht Valentin Wolkow offen über seinen Leidensweg, den er nach 30 Jahren mit einem so genannten Hirnschrittmacher ein Ende setzte. „Das ist aber eine sehr seltene Maßnahme“, sagte der Organisator der „Mut-Tour“ Sebastian Burger. „Wichtig ist, die Menschen aufzuklären und Betroffenen Mut zu machen, sich Hilfe zu holen!“ Insgesamt sind momentan in ganz Deutschland 50 Akteure auf dem Rad unterwegs und legen dabei über 7300 Kilometer zurück.

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