Bogestra in Gelsenkirchen öffnet Türen des Betriebshofes

Verkehrsmittel der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, wie dieses Solarmobil, trafen beim „Tag der Offenen Tür“ im Bogestra-Betriebshof am Exeterbruch aufeinander. Tausende pilgerten dafür nach Ückendorf.
Verkehrsmittel der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, wie dieses Solarmobil, trafen beim „Tag der Offenen Tür“ im Bogestra-Betriebshof am Exeterbruch aufeinander. Tausende pilgerten dafür nach Ückendorf.
Foto: Michael Korte
Bogestra begrüßt mehrere tausend Besucher beim Tag der offenen Tür am Betriebshof in Gelsenkirchen-Ückendorf. Modernste Ausstattung und Nostalgie-Busse begeistern Gäste.

Gelsenkirchen.. Wenn nach philosophischer Betrachtung der Weg das Ziel ist, war bereits die Anreise zum „Hafen“ der Bogestra für Fans großer Fahrzeuge ein Fest: Die Shuttle-Service-Angebote ab Hauptbahnhof und Zoom wurden von historischen Bussen geleistet, die Technik-Liebhaber mit der Zunge schnalzen ließen.

Unterwegs in einem beigefarbenen Gelenkbus Baujahr 1975. Vollbesetzt mit anderen Interessierten, die zur Bogestra wollten. Wie Alexander Rainer (14), Schüler aus Gelsenkirchen. Mit zwei Freunden, die seine Begeisterung teilen, hatte der Schüler schon um kurz nach halb 11 den ersten Shuttle-Bus (Nutzung kostenlos) am Hauptbahnhof genommen. Das Trio fachsimpelte munter über den Bus, wusste Namen von Bremsenherstellern, PS-Stärke, Wendekreise. Beispiel: „Hören Sie, wie sauber sich das Getriebe anhört?“ Klare Sache für Alexander: „Ich möchte Busfahrer werden, weil es ein tolles Fahrgefühl ist und wegen der Technik.“

Führung durch die Werkstatt

Das Ziel war der Betriebshof des Verkehrsunternehmens in Ückendorf. Hier erwarteten die Gäste Führungen durch die Werkstatt und weitere historische Fahrzeuge wie den Eineinhalb-Decker der EVAG, Baujahr 1997. 185 PS, 47 Sitze. Oder der bildschöne Setra S 6, in Blautönen lackiert. Einer der ersten Omnibusse mit einer selbsttragenden, in sich stabilen Karosserie. Das revolutionäre Fahrzeug wurde 1960 beim Pariser Autosalon im Grand Palais präsentiert. Ob der Bus, der seit 2004 der Firma Nickel gehört, damals mehr Bewunderer hatte als am Sonntag bei der Bogestra, kann man bezweifeln, so oft wurde er fotografiert.

Es gab auch ganz praktische Informationen für Fahrgäste. Die werden nicht einfach in einen Topf geworfen, sondern nach Alter, Beweglichkeit und Wünschen unterschieden. So gab es Ratschläge für Fahrgäste vom Kind bis zum Senior mit Rollator, Mütter mit Migrationshintergrund und Jugendliche in Konfliktsituationen lernten, wie sie sich in Bus und Bahn sicherer bewegen. Infos dazu unter: 0234 303 22 54.

Kleine machten den Führerschein

Bei der Kinderfahrschule konnten die Kleinen ihren Führerschein machen. An dem Stand gab es mehr Gedränge als beim Eis, trotz des feinen Sommerwetters. Es war mehr als familienfreundliches Fest, denn bei welchen vergleichbaren Veranstaltungen ist schon auf der Überblicks-Karte eine „Hundetankstelle“ ausgewiesen?

Die Bogestra hat innerhalb des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr ein charakteristisches Profil, was sie von anderen Schwesterunternehmen unterscheidet. Die müssen beispielsweise zu einem Tag der offenen Tür Bands buchen. Bei der Bogestra unterhielten dagegen das hauseigene Musikkorps und die Cover-Band Gleis 38 die Besucher mit handgemachter Musik.

Ein schönes Bild: Das Gelände war mit rot-weißen Ballons geschmückt - und die Musiker hießen die Besucher mit Nenas „99 Luftballons“ willkommen. Aber auch den Radetzky-Marsch oder Hits von Sunrise Avenue hatten die Bogestra-Künstler locker drauf.

 
 

EURE FAVORITEN