Bezirksvertretung will neuen Standort für Straßenstrich in Gelsenkirchen

Inge Ansahl
Der Stadt sind bei der Entscheidung über die Zukunft des Strichs an der Bickernstraße die Hände gebunden. Die Einrichtung eines Sperrbezirks obliegt der Bezirksregierung Münster. Nun soll eine alternative Örtlichkeit gesucht werden.

Gelsenkirchen. Das älteste Gewerbe der Welt aus der Stadt zu verbannen, ist fast aussichtslos. Da sind sich auch die Mitglieder der Bezirksvertretung Mitte einig. Die (nicht neue) Frage ist nur: Wo sollen Prostituierte vom Straßenstrich Bickernstraße ihre Beschäftigung ausüben dürfen?

Der Stadt sind die Hände gebunden. Die Einrichtung eines Sperrbezirks, der den Straßenstrich ablösen könnte, liegt in der Zuständigkeit der Bezirksregierung Münster. Darauf wies Frank Hutmacher, Abteilungsleiter für Allgemeine öffentliche Sicherheit und Ordnung, in der Sitzung der Bezirksvertretung am Mittwoch hin. Erfolg versprechend sei ein Antrag allerdings auch nur dann, wenn eine Jugendgefährdung oder die Gefährdung des öffentlichen Anstands vorliege, erläuterte Hutmacher.

Wohnwagen wird bewegt

Er schränkte indes gleich ein: „Weder der Polizei noch der Verwaltung liegen Hinweise auf Jugendgefährdende Vorkommnisse vor, die uns in die Lage versetzen, einen Erfolg versprechenden Antrag auf Einrichtung eines Sperrbezirks zu stellen.“

Auch der Wohnwagen an der Bickernstraße, der offensichtlich von den Frauen einschlägig genutzt werde, ist den Bezirksvertretern ein Dorn im Auge. Doch während ein solches Wohnmobil, das über einen längeren Zeitraum an der Adenauerallee in Buer am selben Fleck stand, erfolgreich aus dem ruhenden Verkehr entfernt wurde, wird der Wagen mit DO-Kennzeichen im Bezirk Mitte eindeutig bewegt. Dem Vorschlag von Ferdinand Peine (CDU), das Ordnungsamt möge die Damen doch um einen Standortwechsel bitten, schlug Skepsis entgegen. Denn, so hieß es, wenn diese Prostituierten den Platz aufgeben würden, wären sofort neue Frauen da. Einstimmig folgte man schließlich nach längerer Diskussion dem Antrag von Lothar Urban (SPD) nach alternativen Örtlichkeiten für das älteste Gewerbe der Welt zu suchen.