Bewerber-Ansturm auf die FH Gelsenkirchen

Felix zur Nieden
Die Fachhochschule Gelsenkirchen, aus der Luft betrachtet.
Die Fachhochschule Gelsenkirchen, aus der Luft betrachtet.
Mit einem regelrechten Bewerber-Ansturm muss sich die FH Gelsenkirchen auseinandersetzen. Der Wegfall der Wehrpflicht und Probleme bei der zentralen Studienplatzvergabe seien die Hauptgründe für die Antragsflut, sagt die Hochschulsprecherin.

Gelsenkirchen. Von allen Hochschulen der Republik kommt dieser Tage ein Aufschrei. Überrannt würden sie von Bewerbern. Der Grund: Die Wehrreform und der damit einhergegangene Wegfall der Wehrpflicht und der Ersatzdienstpflicht.

Auch an der Fachhochschule Gelsenkirchen muss sich das Studierendensekretariat mit einer größeren Bewerberflut auseinandersetzen. „Dass das aber von der Wehrreform kommt, ist mir zu kurz gedacht“, sagt Hochschulsprecherin Dr. Barbara Laaser und erläutert: „Ich denke, dass zwei Faktoren zusammenkommen. Zum einen ist das sicher die bereits angesprochene Wehrreform. Nicht zu vernachlässigen sind aber andererseits auch die technischen Probleme bei der zentralen Bewerbungsstelle“.

Eigenes Bewerbungsverfahren

Die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) wurde von der Stiftung für Hochschulzulassung abgelöst. Die aber konnte aus technischen Gründen nicht für alle Studiengänge die deutschlandweite Vergabe übernehmen. „Daher hat man die Hochschulen kurzfristig verpflichtet, die Bewerbungsverfahren selbst durchzuführen“, sagt Laaser. Von den 45 Studiengängen an der FH Gelsenkirchen und ihren Standorten Bocholt und Recklinghausen hätten eigentlich vier von der Stiftung für Hochschulzulassung betreut werden sollen.

Hatte die Fachhochschule in 2010 noch 4667 Bewerbungen zu bearbeiten, sind es in diesem Jahr 10 900. „Das erklärt sich aber auch aus dem Bewerbungsverfahren. Wer sich bei der Stiftung für Hochschulzulassung bewirbt, gibt nur eine Bewerbung ab. All diese Leute mussten nun an jede Hochschule eine eigene Bewerbung schreiben“, erklärt die Fachhochschul-Sprecherin. Für alle Bewerber stehen aber nur 1803 Studienplätze zur Verfügung.

Seit Donnerstag läuft das Einschreibeverfahren. „Wir lassen es immer lange laufen und beginnen früh, damit wir schnell einen ersten Überblick darüber gewinnen, wie viele der zugelassenen Bewerber ihre Option auch wirklich ziehen“, so Laaser.