Berufemarkt an der Gesamtschule Ückendorf soll Schülern Orientierung geben

Tobias Mühlenschulte
Stefanie Aust (re.) von der Technischen Fachhochschule Georg Agricola in Bochum Steht den Schülern der Ückendorfer Gesamtschule in Gelsenkirchen Rede und Antwort. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool
Stefanie Aust (re.) von der Technischen Fachhochschule Georg Agricola in Bochum Steht den Schülern der Ückendorfer Gesamtschule in Gelsenkirchen Rede und Antwort. Foto: Martin Möller / WAZ FotoPool
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28 Unternehmen kamen zum Berufemarkt an der Gesamtschule Ückendorf, um Schüler über Berufe und Ausbildungsplätze zu informieren. Die Schüler waren interessiert, doch einige klagten, dass der schlechte Ruf ihrer Schule die Erfolgschancen mindere.

Gelsenkirchen. „Was ist eigentlich ein Bachelor?“, fragt ein Schüler Stefanie Aust. Stefanie Aust ist von der Technischen Fachhochschule Bochum und beim Berufemarkt an der Gesamtschule Ückendorf (GSÜ) ebenso mit einem Stand vertreten wie 26 weitere Unternehmen und Institutionen.

Ziel dieser Veranstaltung in Kooperation mit der Fortbildungsakademie der Wirtschaft und unterstützt von der Agentur für Arbeit, die am Mittwoch zum zweiten Mal an der Bochumer Straße stattgefunden hat, ist die Hilfestellung der Schüler ab Klasse 8 bei der beruflichen Orientierung.

Scouts geben Orientierungshilfe

Das Angebot ist breitgefächert. Da ist das Bäckerei-Unternehmen, das Möbelhaus, das Energieunternehmen, der Frisiersalon, die Wohnungsbaugesellschaft, die Polizei und die Bundeswehr, um nur ein paar zu nennen. Jeweils zwei Klassen dürfen zeitgleich in die Aula und in das Foyer, und sich dort in Gesprächen bei den Ausstellern informieren. Wer dabei Orientierungshilfe benötigt, kann sich an die Scouts wenden: Schukria, Mariam, Khulud, Hayriye und Layla (alle 14, alle Klasse 8.1) führen die Klassen herein, wenn sie an der Reihe sind. Und später leiten sie ihre Mitschüler auch in den Mosaik-Raum, wo ein Training für Vorstellungsgespräche stattfindet, und danach in das Berufsorientierungsbüro (BOB), wo die Schüler in Sachen Telefonate führen fit gemacht werden.

Schlechter Ruf der Schule bereite Probleme

Büsra (15), Ann-Christin (15) und Yusuf (18) aus der zehnten Klasse kommen gerade vom Stand der Wohnungsbaugesellschaft. „Wir sind früher oft umgezogen, deshalb finde ich die Arbeit dort interessant. Ich könnte mir vorstellen, so etwas später zu machen“, sagt Büsra. Ann-Christin hat sich bei der Telekommunikationsfirma Anschrift und Ansprechpartner für eine Bewerbung geben lassen: „Bei der Bäckerei bewerbe ich mich auch. Für mich ist Kontakt mit Leuten wichtig.“ Yusuf hat bereits ein Praktikum bei einem Klamottenladen gemacht. Verkäufer, das findet er gut. Ann-Christin hat bezüglich ihres Praktikums nicht so gute Erinnerungen. Zumindest, was die Bewerbungsphase angeht. Der schlechte Ruf der Gesamtschule Ückendorf habe ihr Probleme bei der Suche nach einem Praktikumsplatz bereitet: „Viele haben gesagt ,Wir nehmen dich nicht wegen dem Ruf deiner Schule’. Dabei kommt es doch auf den einzelnen an und nicht auf den Ruf der Schule.“ Büsra pflichtet ihr bei: „Durch eine Bewerbung weiß man doch gar nicht, wie jemand ist. Das kommt dann im Vorstellungsgespräch.“

Die Studien- und Berufswahlkoordinatorin der GSÜ, Claudia Schulze-Aden, klappert derweil die Aussteller ab, fragt nach freien Ausbildungsplätzen. „Es gibt noch einige Plätze. Aber die Unternehmen können nicht alle Schüler damit bestücken.“

„Die Schnittstelle zwischen Schule und Berufseinstieg läuft noch nicht optimal"

„Eine gute Sache“ findet Jörg Uhlenbruch, Mitarbeiter eines Energieversorgers, den Berufemarkt: „Die Schnittstelle zwischen Schule und Berufseinstieg läuft noch nicht optimal. Bei den Schulen stehen wohl eher die Abschlussklausuren im Fokus.“

Für die beiden Neuntklässler Saleh und Baki (beide 15) steht fest: sie wollen Kfz-Mechatroniker werden. „Bundeswehr ist eigentlich auch was gutes. Aber Krieg ist nicht so schön“, grübelt Baki. Auch die beiden machen sich Sorgen wegen des schlechten Rufs der GSÜ. “Ich glaube schon, dass das bei der Bewerbung eine Rolle spielt. Viele ziehen doch ein Gesicht, wenn sie hören, von welcher Schule man ist“, sagt Saleh. Dabei sei doch alles schon besser geworden.