Bereit für den Umzug

Gelsenkirchen.  Der „Internationale Mädchengarten“ auf der Industriebrache am ehemaligen Schalker Bahnhof lockte in den letzten drei Jahren täglich im Schnitt 30 „Kids“ an. Nun ist damit Schluss, denn die Bagger kommen. Doch das Projekt wird einen Steinwurf von der alten Heimat entfernt fortgeführt.

Der Wunsch nach einer
dauerhaften Lösung

Zur „Abriss-Party“ waren alle Wegbegleiter und Initiatoren gekommen. Die Mädchenband „electriXouls“ sorgte mit handgemachter Gitarrenmusik für die nötige Portion Melancholie. „Wir wussten, dass es irgendwann vorbei geht, aber dann kam die Nachricht, dass wir räumen müssen, sehr plötzlich“, so Venetia Harontzas vom „LaLok Libre“, dem Verein zur Förderung der Kinder- und Jugendarbeit in Schalke, der gemeinsam mit dem Mädchengarten auch seinen Kulturgarten räumen muss. Ein weinendes und ein lachendes Auge zeigten die Verantwortlichen. Renate Janßen von der „Landesarbeitsgemeinschaft Autonome Mädchenhäuser und feministische Mädchenarbeit“, dem Projektträger des Internationalen Mädchengartens: „Gelsengrün hat uns ganz schnell und unbürokratisch eine Wiese als Ausweichmöglichkeit zur Verfügung gestellt.“ Alle Pflanzen, der große Bauwagen, die Utensilien und Erinnerungsstücke aus den alten Gärten werden nun nach und nach zur neuen Wirkungsstätte gebracht.

Renate Janßen: „Als dauerhafte Lösung haben wir ebenfalls schon einen Wunsch.“ Wenn der Traum der Verantwortlichen in Erfüllung geht, kauft die Stadt einen Teil des Grundstückes und stellt es dem Projekt zur Verfügung. Zur Zeit laufen die Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer um ein Gesamtpaket zur Nutzung des Grundstücks. Der Mädchengarten ist ein Teil dieser Verhandlung. Bis April soll eine für die Stadt finanzierbare Lösung stehen.

Olaf Geist, Leiter der Region West beim Grundstückseigentümer Aurelis, war zur Abriss-Party gekommen, um seinen Dank für die Arbeit der letzten drei Jahre auszusprechen. „Wir haben das Gelände Dank dieses Projekts in das Bewusstsein der Menschen gerufen, statt es einfach einzuzäunen.“ Dies habe auch zur sozialen Kontrolle über das Areal geführt (Stichwort: Müllabladen). Bei der Zwischennutzung durch Kinder und Jugendliche soll es nicht bleiben. „Wir wollen jetzt nicht einfach sagen, dass die Verantwortlichen ihre Schuldigkeit getan haben.“ Der Garten habe erkennbar zur Verbesserung der sozialen Struktur im Stadtteil beigetragen. „Das wollen wir fortführen.“

 
 

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