Beim Antrieb auf der Sonnenseite

Bislang fährt er nur am Computer. Ende Mai soll der SunCruiser erstmals in Bochum aus der Werkstatt rollen.
Bislang fährt er nur am Computer. Ende Mai soll der SunCruiser erstmals in Bochum aus der Werkstatt rollen.
Foto: tad5j - Fotolia
TKES unterstützt ein Solarauto-Projekt der Uni Bochum für die Weltmeisterschaft in Australien. Ein spezielles Elektroband bringt dabei die Radnaben-Motoren in Schwung.

Gelsenkirchen. Der „PowerCore SunCruiser“ soll im Oktober 2013 in Australien auf die Piste gehen. Das solargetriebene Auto neuester Generation wird – nahezu – alltagstauglich sein. Brachten bislang futuristisch anmutende dreirädrige Flundern meist tischtennisplattengroße Solarzellen in Schwung, ähnelt die neueste Version gängigen Autos – mit vier Rädern, immerhin Platz für drei Personen und sogar einem Kofferraum. Beim Antrieb kommt ein lokaler „Global Player“ ins Spiel. Thyssen Krupp Electrical Steel (TKES) verleiht dem Fahrzeug den nötigen Antrieb.

Der Sonnen-Cruiser wird eine Gemeinschaftsproduktion. Beteiligt: Rund 40 Studierende der Hochschule Bochum und die TKES-Standorte in Gelsenkirchen und Bochum. Hüben läuft die Entwicklung, drüben wird produziert und gebaut. Ende Mai soll der SunCruiser aus der Bochumer Werkstatt rollen und dann im Herbst bei der Weltmeisterschaft der Solarmobile, der World Solar Challenge, in Australien starten.

Erfahrung bei der Welt-Umrundung

Die Kraft der Sonne setzen dabei Motoren um, die erstmalig mit Elektroband von Thyssen-Krupp Electrical Steel hergestellt werden. Eingebaut in die Radnaben der beiden Vorderräder mindern sie Übertragungsverluste). Verwendet wird ein spezieller weichmagnetischer Stahl, der vor allem in Motoren zur effizienten Energieübertragung eingesetzt werde. „Wir waren von dem Projekt der Studierenden sofort begeistert“, so Dr. Andreas Jansen, Leiter der Anwendungstechnik bei TKES. „Uns war klar: Diesen Motor wollen wir mitentwickeln.“

Das Studententeam simuliert am Prüfstand, wie der Motor auszusehen hat. Dabei fließt Fachwissen aus den letzten fünf Solarcar-Generationen – inklusive 30 000 km langer Weltumrundung 2012 – ein. Die maßgeschneiderte Zutat für den Elektro-Motor steuert TKES bei, ein speziell legiertes, mit 0,30 mm Dicke extra angepasstes Elektroband, mit dessen Hilfe Sonnenenergie sehr effizient genutzt werden kann. Von den Solarzellen auf dem Dach fließt der „Saft“ direkt in den Motor, bei starkem Sonnenschein in die Batterie, als Reserve für schlechtes Wetter.

Auszeichnungen für Idee, Tempo und Design

„Die Forschungsergebnisse können wir ideal nutzen, um uns im Bereich Elektromobilität weiter aufzustellen. Das Projekt soll ein Beitrag zur Weiterentwicklung von Elektroband für die zielgenaue Anwendung bei Fahrzeugen sein“, erklärt Jansen das TKES-Engagement.

Bislang stand das Solar-Team bereits auf der Sonnenseite. Idee, Tempo und Design der Vorgänger brachten Auszeichnungen ein.

 
 

EURE FAVORITEN