Behördengang per App und PC - Gelsenkirchen setzt auf digitale Dienste

Nikos Kimerlis
Eine Hand hält ein Handy mit der neuen App „GE-meldet“ der Stadt Gelsenkirchen. Mit ihr können Bürger die Verwaltung auf Missstände wie z. B. wilde Müllkippen per Foto und GPS-Ortung hinweisen.
Eine Hand hält ein Handy mit der neuen App „GE-meldet“ der Stadt Gelsenkirchen. Mit ihr können Bürger die Verwaltung auf Missstände wie z. B. wilde Müllkippen per Foto und GPS-Ortung hinweisen.
Foto: WAZ
Per PC und einer einfach zu bedienenen App können Bürger jetzt Kontakt zur Stadt Gelsenkirchen aufnehmen und Mängel direkt an die zuständigen Stellen melden. Außerdem kann der Anwohnerparkausweis mit dem Computer ausgedruckt werden. Durch die digitalen Dienste werden viele Behördengänge vermieden.

Gelsenkirchen. Stadt und Bürgerschaft kommen einander ganz nah – zumindest virtuell. Ob wilde Müllkippe, marode Straßenbeleuchtung oder heimtückische Schlaglöcher – mit der neuen Smartphone-App „GE-meldet“ können die zuständigen Stellen in der Verwaltung über Mängel und Ärgernisse vieler Art schnell und unbürokratisch unterrichtet werden. Sie ist scharf geschaltet, im App-Store kostenlos erhältlich und ihre Funktion auch über den Internetauftritt der Stadt nutzbar.

Auch die Anwohnerparkausweise gibt es bequem über die digitale Datenbahn, also das Internet, denn Bürger können ab sofort ihren Parkausweis nicht nur online anfordern, sondern auch gleich bezahlen und ausdrucken. Ein zeitraubender Besuch im Bürgercenter ist dann nicht mehr notwendig.

Schnelle Bearbeitung, kurze Wege

Mit dem Mängelmelder – in anderen Städten bereits erfolgreich vorgemacht – soll „die Bürgerbeteiligung verbessert, der bürokratische Aufwand verringert und mitunter lästige Behördengänge vermieden werden“, sagte Oberbürgermeister Frank Baranowski bei der Präsentation der neuen Digital-Dienste.

Die Bedienung der App (Anwendung) ist kinderleicht. Mit ein paar Klicks – Kategorie, Ort, einer Beschreibung wie etwa „Ampel ausgefallen“ und optional noch einem Foto von der vorgefundenen Situation – erhält die Stadt via Smartphone unmittelbar Kenntnis von einem Mangel. Und weil zudem die Örtlichkeit per GPS-Navigation erfasst wird, können die zuständigen Mitarbeiter, z.B. Gelsendienste für Müll, den Ort des Geschehens ohne viel Sucherei finden und das Ärgernis beseitigen.

Mängel im Stadtgebiet werden auf einer Karte gezeigt

Der interaktive Clou: Symbole auf einer Karte zeigen die eingegangenen Mängel im Stadtgebiet an; auch ihren Bearbeitungsstatus seitens der Verwaltung – per Ampelfarben. Und wer seine Email-Adresse eingibt, erhält persönlich Auskunft darüber, inwieweit sein Anliegen abgearbeitet wurde. „Das setzt die Verwaltung zwar etwas unter Druck“, scherzte Frank Baranowski, „kann aber eigentlich nicht schaden. Im Gegenteil.“ Fix mit wenigen Mausklicks können Bürger auch ihren Anwohnerparkausweis über die Internetseite der Stadt erhalten – jederzeit. Das ausgefüllte Online-Formular, unter anderem mit den Kfz-Daten, wird geprüft, die anfallenden Gebühren per „Giropay“ oder per Lastschrift abgebucht und der Kunde kann sich den Ausweis (PDF-Format) sofort ausdrucken. „Die Bürgercenter stellen jährlich 4000 solcher Anträge aus“, sagte Baranowski. „Wir erhoffen uns durch den direkten Weg über das Internet eine Entlastung um 800 bis 1200 Anträge.“

Zu guter Letzt’: Für alle, die weder über eine Internetanbindung noch über ein Smartphone verfügen, bleiben die klassischen Möglichkeiten wie Telefon, Fax oder persönlicher Besuch natürlich bestehen.