Ballett „Prosperos Insel“ feiert am Musiktheater Premiere

Elisabeth Höving
Szene aus der Ruhrfestspiel-Produktion „Prosperos Insel“. Am 8. Oktober wird die Premiere am Musiktheater gefeiert.
Szene aus der Ruhrfestspiel-Produktion „Prosperos Insel“. Am 8. Oktober wird die Premiere am Musiktheater gefeiert.
Foto: Costin Radu
  • Das Ballett „Prosperos Insel“ nach Shakespeares Drama „Der Sturm“ feiert am 8. Oktober Premiere
  • Die Uraufführung der Choreografie fand im Juni bei den Ruhrfestspielen im Theater Marl statt
  • Für die neue Produktion waren Umbesetzungen notwendig und Anpassungen an den Raum

Gelsenkirchen. Das Publikum durfte bereits im Juni Prosperos magische Zauberinsel erobern. Mit der Choreografie von Gelsenkirchens Ballettchefin Bridget Breiner debütierte das Ballett im Revier bei den Recklinghäuser Ruhrfestspielen im Marler Theater. Jetzt kommt die Erfolgsproduktion auf die Bühne des Musiktheaters. „Eine echte Herausforderung“, weiß Ballettmanager Florian König. Denn geprobt werden kann erst seit Dienstag, und das auf Hochtouren.

Bis Anfang dieser Woche tanzten noch die Handwerker flink über die MiR-Bühne, um die Renovierungsarbeiten kurz vor der Eröffnungsgala am Montag wieder freigeben zu können. Nicht das einzige Problem, das die Produktion nun zu einem echten Kraftakt werden lässt.

Umbau und Umbesetzungen

Die Bühne des Marler Theaters nämlich ist rund 30 Prozent kleiner als die des Musiktheaters. „Deshalb“, sagt Florian König, „muss ganz vieles neu gedacht werden.“ Die Tänzer müssen längere Strecken zurücklegen, andere Abstände einkalkulieren, die Bewegung neu dem Musikfluss anpassen. Heißt: Sie brauchen erheblich mehr Kraft und Ausdauer.

Dazu kommen die letzten Handgriffe, die die Handwerker noch hinter den Kulissen zu erledigen haben. Und noch eine Schwierigkeit, die es innerhalb weniger Tage bis zur Premiere am Samstag, 8. Oktober, zu stemmen gilt: Einige Positionen mussten neu besetzt werden. So wird Rita Duclos nicht mehr wie in Marl die tragende Rolle des Ariel tanzen. Aus einem schönen Grund, denn die Tänzerin ist im Mutterschaftsurlaub, bleibt dem Musiktheater aber erhalten. Ihren Part tanzt nun die Japanerin Hitomi Kuhara. Sie gehörte lange zur Compagnie von Kevin O’Day am Nationaltheater Mannheim.

Ein mächtiger Sturm

Neu besetzt werden musste auch die Rolle der Mutter des Caliban, die bislang Ayako Kikuchi getanzt hatte. Die Tänzerin wechselte ans Ballett nach Nordhausen. Ihren Part übernimmt nun in drei Vorstellungen Deirdre Chapman, langjährige Solistin am Royal Ballet London, und in drei weiteren Vorstellungen tanzt Ballettchefin Bridget Breiner selbst.

Die Südafrikanerin Sara Lee Chapman tanzt zudem als neues Mitglied der Compagnie mit.

„Prosperos Insel“ nach dem Shakespeare-Drama „Der Sturm“ entführt die Zuschauer in die Welt des einstigen Herzogs Prospero. Betrogen von seiner Familie und aller Macht beraubt werden eine magische Insel und deren Bewohner zum neuen Mittelpunkt seines Lebens. Ein mächtiger Sturm treibt die einstigen Verräter auf die Insel. Die Bühne gestaltet Ausstatter Jürgen Kirner minimalistisch und mit einem durch die Lüfte schwebenden Felsbrocken.

Die Musik (u.a. von Frank Martin, Ralph Vaughan Williams) kommt vom Band, aber live auf der Bühne, als bewegender Teil der Inszenierung, singt der Jugendkonzertchor Dortmund. Auch das macht den Abend magisch.

Das Ballett „Prosperos Insel“ feiert am Samstag, 8. Oktober, um 19.30 Uhr Premiere im Großen Haus des Musiktheaters.

Anschließend wird es bis Ende Dezember noch fünf Mal auf dem Spielplan stehen.

Karten gibt es an der Theaterkasse am Kennedyplatz, unter 0209 4097-200. Info: musiktheater-im-revier.de