Autorin Inge Meyer-Dietrich lädt zur Zeitreise mit Mimi

Die Gelsenkirchener Autorin  Inge Meyer-Dietrich legt jetzt ihren ersten Erwachsenenroman vor. Darin schickt sie Mimi H.auf eine sehr realitätsnahe Reise durch das 20. Jahrhundert.
Die Gelsenkirchener Autorin Inge Meyer-Dietrich legt jetzt ihren ersten Erwachsenenroman vor. Darin schickt sie Mimi H.auf eine sehr realitätsnahe Reise durch das 20. Jahrhundert.
Foto: WAZ FotoPool
Sie ist eine renommierte Kinderbuchautorin, nun schickt die Gelsenkirchener Literatin Inge Meyer-Dietrich ihre „Heldin“ Mimi auf eine packende Zeitreise.

Gelsenkirchen.. Als Kinderbuchautorin ist die Gelsenkirchenerin Inge Meyer-Dietrich natürlich längst kein Geheimtipp mehr. Unvergessen ist zum Beispiel ihr Roman „Plascha – Von kleinen Leuten und großen Träumen“, in dem sie vom Leben einer Bergarbeiterfamilie aus dem Pott kurz nach der Jahrhundertwende erzählt. Jetzt gibt es quasi ein Wiedersehen mit „Plascha“ in gedruckter Form. Doch diesmal spielt das Mädchen nur eine Randfigur – in Inge Meyer-Dietrichs erstem Roman für Erwachsene: „Leben und Träume der Mimi H.“ heißt das Werk, das nun druckfrisch vorliegt.

Die Autorin nimmt die Leser darin mit auf eine imposante, aber auch sehr nachdenklich stimmende Zeitreise in das Ruhrgebiet kurz nach der Jahrhundertwende, während des grausamen ersten Weltkrieges bis hin zu den ersten antisemitischen Strömungen. Als „Zeitreiseführerin“ fungiert dabei die junge Mimi aus Dortmund, die begleitet wird – von der unglücklichen Kindheit bis zum Leben als hart arbeitende Mutter erwachsener Kinder. „Leben und Träume der Mimi H.“ ist ein Roman, der wohl keinen Leser kalt lässt – zu realistisch sind die Schilderungen des Lebens zu dieser harten Zeit. Mimi wächst auf in einer Zeit, als die Eltern noch 13 oder mehr Kinder hatten, als der Unterschied zwischen katholischer und evangelischer Religion noch ein regelrechtes Politikum war.

Teil der eigenen Familiengeschichte

Ihr Glück ist die Heirat mit dem Schmied Heinrich, den Mimi über alles liebt, dessen schwere Erkrankung das gemeinsame Familienleben jedoch zum Kraftakt werden lässt. Die Geschichte von Mimi, die sich den Stürmen des Lebens mutig stellt, ist übrigens auch ein Teil der Familiengeschichte von Inge Meyer-Dietrich: „Mimi war die Mutter meiner Stiefmutter, bei der ich fünf Jahre lang gelebt habe“, erzählt die Autorin. „Natürlich ist mein Roman so eine Mischung aus Fiktion und den Erzählungen von dem wahren Leben dieser Zeit. Mimi hat mir viel erzählt von ihrem Leben, deshalb wollte ich dieses Buch unbedingt aus ihrem Blickwinkel schreiben.“

Immer so nah wie möglich an der Wirklichkeit

Um so nah wie möglich an die Realität der Großmutter heran zu kommen, hat Inge Meyer-Dietrich auch diesmal viel recherchiert, hat Archive besucht und Fakten gecheckt. „Die Mimi hat ja als Näherin den Lebensunterhalt der Familie verdient. Sie durfte aber keine Lehrlinge ausbilden, weil man dafür einen Meistertitel brauchte. Ab wann so ein Titel vorgeschrieben war, habe ich allerdings trotz intensiver Recherche nicht herausfinden können. Deshalb habe ich das dann bewusst offen gehalten“, erzählt die Gelsenkirchenerin lachend.

Warum sie solche Fakten in ihren fiktiven Büchern so genau nimmt? „Mich ärgert es immer, wenn ich in Büchern Geschichten lese oder in Filmen Dinge sehe, die so nicht stimmen können. Deshalb versuche ich, in meinen eigenen Büchern immer so nah wie möglich an der Wirklichkeit zu sein“, erklärt Inge Meyer-Dietrich. Diese Herangehensweise und natürlich die packende Lebensgeschichte machen den Roman über Mimi so authentisch und lesenswert.

Lesung in der Buchhandlung Junius am Donnerstag, 25. August

Der Roman „Leben und Träume der Mimi H.“ ist im Bottroper Verlag Henselowsky Boschmann erschienen. Er hat die ISBN-Nummer 978-3-942094-61-0 und kostet 9,90 Euro. Am Donnerstag, 25. August, liest Inge Meyer-Dietrich in der Buchhandlung Junius aus ihrem Roman.

Die Veranstaltung an der Sparkassenstraße 4 beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei, Voranmeldung erbeten unter 0209 23 774

 
 

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