Autoren aus acht Ländern schrieben ein Buch

Die Gelsenkirchener Autorin Inge Meyer-Dietrich schrieb am internationalen Buchprojekt  „Syntagma-Square“.
Die Gelsenkirchener Autorin Inge Meyer-Dietrich schrieb am internationalen Buchprojekt „Syntagma-Square“.
Foto: Funke Foto Services
Schriftsteller aus ganz Europa schrieben gemeinsam ein Buch über die Griechenlandkrise. „Syntagma Square“ erschien jetzt online.

Gelsenkirchen.. Sie kommen aus acht europäischen Ländern, sprechen acht verschiedene Sprachen und haben sich noch nie von Angesicht zu Angesicht gesehen. Und dennoch brachten acht internationale Schriftsteller ein gemeinsames, literarisches und politisches Buch-Projekt auf den Weg. Ihr Thema: die Griechenlandkrise. Den deutschen Beitrag lieferte die Gelsenkirchener Autorin Inge Meyer-Dietrich.

Die 70-Jährige, zugleich Mitinitiatorin des überaus spannenden Projektes, schrieb ihren Text wie die anderen Autoren am Computer. Und im Internet wurde das „Buch“ unter dem Titel „Syntagma Square“ in diesen Tagen nun auch erstmals veröffentlicht. Die gedruckte Buchversion soll demnächst auf die Online-Ausgabe folgen. Die Suche nach einem Verlag läuft auf Hochtouren.

Ein Buch wie ein Choral

Inge Meyer-Dietrich, eine erfolgreiche Kinder- und Jugendbuchautorin, erhält immer wieder auch Anfragen aus dem Ausland für Lesungen, Vorträge, Workshops. So weilte sie 2009 im französischen Lille, 2010 in Lyon und Grenoble, unter anderem auf Einladung des Goethe-Instituts. Bei diesen Begegnungen entstand die Idee zu einem internationalen Buch. „Zu einem Choral“, wie es Inge Meyer-Dietrich lächelnd nennt.

Acht Autoren machten mit bei dieser Komposition. Sie kommen aus Irland, Griechenland, Frankreich, Spanien, Italien, Portugal, Rumänien und Deutschland. Was ihren erzählerischen Choral zu einem äußerst harmonischen, mehrstimmigen Gesang macht, das ist zum einen der Ort, an dem alle Geschichten spielen, und zum anderen sind es die Personen, die immer wieder auftauchen. „Alle Protagonisten reisen im Mai 2011, als sich die Krise in Griechenland zuspitzt, nach Athen. Manche Wege kreuzen sich.“ Zentrum des Buches ist der Syntagma-Platz mit dem Parlamentsgebäude. Ein Ort, an dem sich die Einwohner und die Touristen treffen, ein Platz auch für Demonstrationen und Proteste.

Wunsch nach friedlichem, sozialem Europa

Bis heute kommunizieren die Autoren lediglich per Mail, selten per Telefon. „Gesehen haben wir uns alle zusammen noch nicht“, sagt Meyer-Dietrich, „trotzdem habe ich das Gefühl, alle gut zu kennen.“ Dass sich die Griechenland-Krise so dramatisch zuspitzen würde, damit habe sie zu Beginn der Arbeit nicht gerechnet. Nun erzählt sie aus der Sicht einer jungen Frau aus Bochum. „Ich wollte auch das Ruhrgebiet zu Wort kommen lassen.“ Anna reist nach Athen und gerät unverhofft auf dem Syntagma-Platz in eine Demo. Mitten im Tumult wird ihr Freund Tim plötzlich verhaftet.

Der Text ist ein klares Plädoyer für ein offenes Europa und gegen alle Grenzen im Kopf. Das Buch, eine grenzüberschreitende Liebeserklärung an Europa, ein Dokument der Völkerverständigung und der Hoffnung. Die Gelsenkirchenerin sagt es so: „So wie die Protagonisten meiner Erzählung wünsche auch ich mir ein friedliches, soziales und demokratisches Europa.“

 
 

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