Aufgepasst, nicht angepasst

Die Skulptur greift die drei Affen auf, die nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.
Die Skulptur greift die drei Affen auf, die nichts sehen, nichts hören, nichts sagen.
Foto: WAZ
13 Jugendliche aus acht Ländern schufen in einem internationalen Workcamp eine dreiteilige Sandsteinskulptur – zum Thema „Rassismus gestern und heute“.

Gelsenkirchen.. Der Spruch „nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) sagen“ ist Bestandteil der Lehre des buddhistischen Gottes Vadjra und steht – dargestellt als die berühmten drei Affen, die sich jeweils Augen, Ohren oder Mund zuhalten – in der westlichen Welt symbolhaft für mangelnde Zivilcourage. Unter dem Projekttitel „Aufgepasst nicht angepasst“ schufen 13 Jugendliche aus aller Welt während ihres dreiwöchigen Besuchs im Jugendzentrum Tossehof eine dreiteilige Skulptur aus Sandstein.

Die steht nun in der kleinen Parkanlage an der Robert-Koch-Straße in der Altstadt. Bei ihrer Arbeit haben die jungen Leute sich von den drei berühmten Affen inspirieren lassen.

Rassismus gestern und heute

Das internationale Workcamp fand vom 16. Juni bis 8. Juli anlässlich der Veranstaltungsreihe „Gelsenkirchen erinnert sich: Vor 80 Jahren - was war 1933 und was bedeutet das für heute?“ statt. Dreizehn junge Menschen aus Italien, Frankreich, Südkorea, USA, Russland, Weißrussland, Ukraine und Deutschland im Alter von 16 bis 24 Jahren haben sich drei Wochen lang kreativ mit ihren Gedanken, Gefühlen und Hoffnungen zum Thema „Rassismus gestern und heute“ auseinandergesetzt.

Die Planung dazu hatte bereits im letzten Jahr ihren Anfang genommen. Das Workcamp war über den Internationalen Jugendgemeinschaftsdienst (IJGD) ausgeschrieben worden. Das Projekt wurde gefördert aus den Mitteln des Kinder- und Jugendplans des deutschen Volkshochschulverbands und der Kreativwerkstatt. „Einige der Jugendlichen waren schon mal in Deutschland“, sagt Verena Holle, Leiterin des Jugendzentrums Tossehof. In Gelsenkirchen jedoch war zuvor noch kein Teilnehmer gewesen.

Teilnehmer haben weiterhin Kontakt

Angeleitet und unterstützt wurden die Teilnehmer von dem Oberhausener Steinmetz Manfred Vorholt. Die Skulptur besteht aus zwölf Sandsteinblöcken, die zu dritt, zu viert und zu fünft übereinandergestapelt drei Stelen bilden. An jedem Block haben zwei Workcamp-Teilnehmer gearbeitet.

„Es war ein ganz, ganz tolles Workcamp“, schwärmt Verena Holle. Alle Teilnehmer hätten sich gut miteinander verstanden, auch heute haben sie noch intensiven Kontakt zueinander. Kommuniziert haben die Jugendlichen übrigens auf Englisch. Während ihres dreiwöchigen Aufenthalts waren sie im Jugendzentrum Tossehof an der Plutostraße in Bulmke-Hüllen untergebracht, haben dort auch übernachtet. Während ihrer Arbeit an der Skulptur mit Hammer, Meißel und anderen Werkzeugen blieben sie unter sich, das Freizeitprogramm bestritten sie mit gleichaltrigen Jugendlichen, die die Einrichtung regelmäßig besuchen.

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