Auch Senioren in Gelsenkirchen leisten einen immensen Gesellschaftsbeitrag

Laut einer Studie fließen etwa 10 Milliarden Euro regelmäßig – unabhängig von Erbschaften oder großen einmaligen Unterstützungen wie etwa beim Autokauf – von den Alten in die Hände der Kinder und Enkel.
Laut einer Studie fließen etwa 10 Milliarden Euro regelmäßig – unabhängig von Erbschaften oder großen einmaligen Unterstützungen wie etwa beim Autokauf – von den Alten in die Hände der Kinder und Enkel.
Foto: WR/Franz Luthe
In einer 2013 repräsentativ angelegten Studie wurden 4000 Menschen im Alter von 65 bis 85 Jahren nach verschiedensten Aspekten ihres Lebens befragt. Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds, stellte bei seinem Vortrag in der Vorburg von Schloss Horst in Gelsenkirchen die Ergebnisse vor. Erkenntnis: großer Bedarf nach Teilhabe.

Gelsenkirchen. Aufrüttelnde Worte zum Thema Generation 65 plus fand Loring Sittler, Leiter des Generali Zukunftsfonds, bei seinem Vortrag in der Vorburg von Schloss Horst. Auf Einladung Dr. Wilfried Reckerts, Geschäftsführer des Seniorennetz GE, stellte er einige Ergebnisse der Generali Altersstudie vor.

In der 2013 repräsentativ angelegten Studie wurden 4000 Menschen im Alter von 65 bis 85 Jahren nach verschiedensten Aspekten ihres Lebens befragt. „Selbst die Menschen über 85 Jahre wollen die gesellschaftliche Teilhabe. Sie wollen nicht nur satt und sauber sein, sondern sie wollen sich austauschen, wollen Werte vermitteln. Vor allem möchten sie mehr abgeben als das Bild eines alten kranken Menschen“, erklärte Sittler.

Vermittelnde, ehrenamtliche aber auch wirtschaftliche Leistung

Sittler betonte die immense Werte vermittelnde, ehrenamtliche aber auch wirtschaftliche Leistung, die ältere Menschen erbringen. So leisten sie Arbeit in ihren Familien, die umgerechnet rund 1,4 Millionen Vollzeitstellen entspricht. Etwa 10 Milliarden Euro fließen regelmäßig – unabhängig von Erbschaften oder einmaligen Unterstützungen wie etwa beim Autokauf – von den Alten in die Hände der Kinder und Enkel. „Daran sieht man, dass das intergenerative Gefüge funktioniert. Aber das wird nicht thematisiert, sondern einfach so hingenommen“, erklärt Loring Sittler den volkswirtschaftlichen Anteil, den die Älteren leisten.

Mittlerweile fühlen sich ältere Menschen im Schnitt rund zehn Jahre jünger als die Generationen davor. Dennoch würde diese Entwicklung von der Gesellschaft kaum wahrgenommen. „Wir haben ein defizitorientiertes Altersbild“, erklärt Sittler. So assoziiere die Gesellschaft nur negative Begriffe wie Krankheit, Isolation oder Hilfebedürftigkeit. „Dieses Altersbild ist wirklichkeitsfremd und trifft auf 90% dieser Gruppe nicht zu.“

Fünf Vertreter stellen sich vor

Das bestätigte der Auftritt von fünf Gelsenkirchener Seniorenvertretern und Nachbarschaftsstiftern, die sich und ihre Motivation, sich bürgerschaftlich für ältere Menschen in Gelsenkirchen zu engagieren, vorstellten. „Natürlich mache ich meine Arbeit für die Menschen. Aber den größten Nutzen daraus ziehe ich selbst“, brachte Hermine Bardelmeier den wechselseitigen Nutzen auf den Punkt.