Auch Gespenster müssen die Schulbank drücken

Kerstin Halstenbach
Die Theatergesellschaft Preziosa bei der Hauptprobe zum Theaterstück „Isidor wird Nachtgespenst“ in der Gesamtschule Ückendorf.
Die Theatergesellschaft Preziosa bei der Hauptprobe zum Theaterstück „Isidor wird Nachtgespenst“ in der Gesamtschule Ückendorf.
Foto: WAZ FotoPool
Eine schaurig-schöne Gespenstergeschichte für Menschen ab vier Jahren ist das Märchen-Theaterstück „Isidor wird Nachtgespenst“. Am Samstag um 15 Uhr hebt sich erstmals der Vorhang für die neue Produktion der Theatergesellschaft Preziosa.

Gelsenkirchen. Eine schaurig-schöne, lustige Gespenstergeschichte für Menschen ab vier ist das Märchen-Theaterstück „Isidor wird Nachtgespenst“. Bevor sich am heutigen Samstag (15 Uhr) erstmals der Vorhang für die neue Produktion der Theatergesellschaft Preziosa hebt, hat die WAZ die Generalprobe in der Aula der Gesamtschule Ückendorf besucht.

Weiß sind die Gesichter der Junggespenster Isidor, Henrietta und Wunibald geschminkt und ihre Kostüme strahlen so hell, dass dagegen jeder Werbe-Spot trüb wirkt. Dass sich das Trio in seiner ganzen Pracht auch auf den Boden legt, weil’s das Geschichte erfordert, lässt am Rande Nicole Paikowski (Requisite, Kostüme und Maske) mitfühlend wispern: „Mir tut jeder Leid, der die Sachen waschen muss.“

Zwölf Darsteller wirken mit, mehr als das Stück von Christiane Stenger vorsieht. Nicole Paikowski: „Wir haben noch eine Gruppe von Pfadfindern reingeschrieben.“ Die zieht singend durchs Publikum und geht dann rauf auf die Bühne.

Viel Selbstbewusstsein der Akteure

Mit viel Selbstbewusstsein agieren die Akteure, von denen die jüngsten erst sechs Jahre alt sind. Dirk Maischak (42), seit 20 Jahren Mitglied der Gesellschaft und Geschäftsführer des Vereins, erklärt: „Ich bin verblüfft, wie schnell Kinder ihre Texte lernen. Erwachsene tun sich damit schwerer.“

An den Proben nehmen viele Vereinsmitglieder teil, die selbst nicht im Rampenlicht stehen, aber mit Herz und hilfreichen Händen „Preziosa“ unterstützen. Anni Müller (96) gehört dazu. Sie ist das dienstälteste Mitglied und Enkeltochter des Gründers, Karl Höfertsen.

Ein treues Stammpublikum

Maischak ist auch auf die treuen Zuschauer stolz: „Das Publikum kommt auch aus Herne, Herten, Gladbeck, Bottrop, Wanne-Eickel und Wattenscheid. Unter unseren Zuschauern sind solche, die heute noch kommen, obwohl ihre Kinder und Enkel längst erwachsen sind.“

Story: Um sich für ihre Prüfung zu wappnen, „leihen“ sich die Gespenster-Schüler Isidor, Wunibald und Henriette verbotenerweise das „Große Buch der Nachtgestalten“ aus. Das geht gründlich schief.

Sehr gelungen ist der ulkige Zweiakter. Auf 60 vergnügsame Minuten nebst Pause und zwei wunderschöne Bühnenbilder dürfen sich die Zuschauer freuen, kleine wie große.