Ateliers auf Zeit

Elisabeth Höving
Straßenmusiker Medet Kalkan spielt in einem der leeren Ladenlokale.
Straßenmusiker Medet Kalkan spielt in einem der leeren Ladenlokale.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen. Kunst bringt Leben ins Haus. Ob in Pommesbude, Discounter oder Friseursalon. Wo heute wegen Leerstands statt hektischer Geschäftigkeit Totenstille herrscht, bringen Künstler für ein paar Tage pralle Vitalität zurück.

Das ambitionierte Projekt „Kunst Peripherie Ruhrstadt“ bespielt vom 23. September bis zum 1. Oktober sieben außergewöhnliche Stätten in der Stadt.

Titel des Kunstfestivals: „Leerstände“. In zurzeit ungenutzten Ladenlokalen im Herzen der City, vom Neumarkt bis zur von-Oven-Straße, installieren Künstler Galerien, Konzertsäle und Literaturforen auf Zeit.

Die „Kunstperipherie Ruhrstadt“ ist ein junger gemeinnütziger Verein kunstinteressierter Ruhrgebietler, der der jungen, freien Szene eine Plattform bietet. Hier kommen bildende und darstellende Künstler zusammen, werden für einzelne Projekte eine Gemeinschaft und schaffen auf lange Sicht ein Netzwerk der unterschiedlichsten Möglichkeiten. Mit der aktuellen KPR stellt die Truppe das bereits achte und aufwendigste Projekt auf die Beine.

Jeweils Freitag und Samstag sowie Montag und Mittwoch werden sieben ungewöhnliche Stätten bespielt. Alle Künstler setzen ihre Werke und sich selbst in kommunikativem Umfeld in Szene, so dass der Besucher direkt erfahren kann, was Strukturwandel im Ruhrgebiet und für das Ruhrgebiet bedeutet.

Diesmal wird die freie Kunstszene von mehr als 30 bildenden und darstellenden Künstlern vertreten. Darunter z.B. Helmut Warnke (Installation), Maik Förster (Tattoo & Grafik), Beni Veltum (Graffiti), Verena Wagner (Malerei), Siggi Schwill (Fotografie), Olaf Stöhr (Collagen) und Dirk Schattner (Installation).

Auch das musikalische, literarische und theatralische Rahmenprogramm hat mit mehr als 20 Akteuren jede Menge zu bieten: An sechs Abenden gibt es Live-Musik, Theater, Poetry-Slam und vieles mehr. Die KPR 8 begrüßt u.a. Maik Schneemilch (24. September), Muddy Echoes (30. September) und Mario Stork (Fr. 23. September).

Erste Anlaufstelle ist die von-Oven-Straße 10, in der sich die Festivalzentrale befindet. Die Eröffnung ist am 23. September um 15 in allen beteiligten Lokalen, Eintritt frei.

Veranstaltungsorte: von-Oven-Str. 10 und 7, Alter Markt 8, Sparkassenstraße, Neumarkt 1, Am Rundhöfchen 6, Hansemann Str. 3. Infos: www.kunst-peripherie-ruhrstadt.de