Arena-Chef gesteht Fehler beim "Big4"-Konzert in Gelsenkirchen ein

Rund 57.000 Fans aus aller Welt besuchen das Big4-Festival mit Anthrax, Slayer, Megadeth und Metallica in der  Arena in Gelsenkirchen. Besucher und Veranstalter kritisierten die Organisation. Event-Geschäftsführer Rüdiger Mengede reagierte jetzt auf die Vorwürfe. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
Rund 57.000 Fans aus aller Welt besuchen das Big4-Festival mit Anthrax, Slayer, Megadeth und Metallica in der Arena in Gelsenkirchen. Besucher und Veranstalter kritisierten die Organisation. Event-Geschäftsführer Rüdiger Mengede reagierte jetzt auf die Vorwürfe. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool
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Gelsenkirchen.. Viel zu wenige Getränkestände, überfordertes Personal, Tumulte: Nach der Kritik an der Organisation des Metal-Konzertes „Big4“ in der Schalke-Arena verteidigt Event-Geschäftsführer Rüdiger Mengede das Konzept, gesteht aber auch Fehler ein.

57.000 Besucher kamen am Samstag zum Konzert von Anthrax, Megadeth, Slayer und Metallica in die Arena Gelsenkirchen. Ein sechsstündiges Musik-Ereignis wie das der „Big4“ verlangt eine gute Organisation; daran haperte es offenbar: Nicht nur die Besucher beklagten sich über zu wenig Getränkestände und Dixi-Klos sowie gefährliches Gedränge im Innenraum. Auch Veranstalter Marek Lieberberg, Kopf der Konzertagentur MLK, äußerte Kritik: Wasser war nicht das günstigste Getränk, die Nutzung der „Knappenkarte“ verpflichtend, der ÖPNV überfordert.

Der Bereich Service und Catering liegt bei allen Veranstaltungen in der Hand der Arena. Der zuständige Event-Geschäftsführer der „FC Schalke 04 Arena Management GmbH“, Rüdiger Mengede, äußert sich zu den Vorwürfen und kündigt an: „Es wird sich einiges ändern.“ Man habe aus der Veranstaltung gelernt: „Grundsätzlich wissen wir, wie man eine Veranstaltung organisiert. Wenn wir etwas aus unserem Einflussbereich verbessern können, dann machen wir das.“

Mengede zu den vier Kritikpunkten von Big4-Besuchern und Marek Lieberberg:

Getränkestände und Dixi-Klos

Im Innenraum der Arena gab es beim „Big4“-Konzert 16 Zapfanlagen, mit jeder können laut Arena-Management sieben Liter Bier pro Minute gezapft werden. „Aufgrund aktueller Sicherheitsbestimmungen durften im vorderen Bereich und im Übergang zum vorderen Bereich keine weiteren Catering-Stände stehen, um die Flucht- und Rettungswege großzügig freizuhalten“, erklärt Mengede.

Erst acht Wochen vor der Veranstaltung habe die Stadt Gelsenkirchen dem Arena-Management diese Sicherheitsrichtlinien mitgeteilt. Zu diesem Zeitpunkt war die Veranstaltung bereits ausverkauft. „Wir hatten ursprünglich mit 30 Zapfanlagen geplant“, sagt Mengede. „Hätten wir mehr aufbauen dürfen, hätten wir es getan.“ Gleiches gelte für die Dixi-Klos.

Der Geschäftsführer kündigt ein komplett neues Konzept für Großveranstaltungen in der Arena an, über das er zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht sprechen möchte. Absprachen mit der Stadt müssten noch getroffen werden. Die Großveranstaltungen in der Arena ab 2012 sollen auf dieser Grundlage geplant werden.

Wasserpreise

Marek Lieberberg kritisierte, dass Wasser zwingend das günstigste Getränk bei solch einer Veranstaltung sein müsse. Dies war bei „Big4“ nicht der Fall. Mengende: „Das stimmt. Daraus haben wir aber gelernt und es wird künftig bei uns so sein, dass Wasser das günstigste Getränk ist.“ Er nennt ein Beispiel: „Kostet ein Bier vier Euro, soll Wasser in Zukunft erheblich billiger angeboten werden - und zwar nicht für 3,50 Euro.“

Öffentlicher Nahverkehr

Lieberberg kritisierte darüber hinaus das ÖPNV-Konzept am Samstagabend. Diese Kritik weist Mengede zurück. „Die Bogestra war super aufgestellt“, sagt er. Für die Veranstaltung waren 41 Straßenbahnen im Einsatz, jede Bahn sei alle drei Minuten gefahren. „Innerhalb von zwei Stunden wurden 16.000 Menschen befördert. Der Andrang war enorm“, so der Event-Chef der Arena. Grundsätzlich seien die Bahnen ohne zwischenstopss von der Arena zum Hauptbahnhof Gelsenkirchen. Die Beförderung habe so lange gedauert, da einige Fahrgäste immer wieder die Notbremse gezogen hätten. Mengede: „Bei Betätigung der Notbremse muss der Fahrer einmal um die ganze Bahn laufen, alles kontrollieren und dann alle Türen manuell schließen. Das kann bis zu einer halben Stunde dauern. Nachfolgende Bahnen werden dadurch natürlich ebenfalls aufgehalten.“

„Die An- und Abreise von und zu unseren Parkplätzen war ebenfalls hervorragend durch unser neues Verkehrsleitkonzept“, sagt Mengede.

Knappenkarte

Für den Ärger der Besucher über die „Knappenkarte“ (zum bargeldlosen Zahlungsverkehr in der Arena) hat Mengede eine Lösung. Viele Besucher konnten sich das Geld auf ihrer Karte wegen des großen Andrangs am Samstag nicht auszahlen lassen. Sie können die Karte mit Angabe ihrer Bankverbindung an das Arena-Management schicken, dann wird das verbliebene Geld zurückerstattet. Die Adresse: FC Schalke 04 Arena Management GmbH, Ernst-Kuzorra-Weg 1, 45891 Gelsenkirchen.

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