Arbeiten am Hans-Sachs-Haus in Gelsenkirchen gehen trotz Winterwetters weiter

Der dritte Stock ist hochgezogen, teilweise sind schon die Decken der vierten Etage gegossen. Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool
Der dritte Stock ist hochgezogen, teilweise sind schon die Decken der vierten Etage gegossen. Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen. Von wegen Frostpause: Am Neuen Hans-Sachs-Haus laufen die Arbeiten an Fassade und Technik ungebremst. Der Winter hat bislang keine Bauverzögerung gebracht. Die Fertigstellung ist fürNovember geplant.

Die Zufahrt an der Vattmann-straße ist eine Eisbahn, Schnee knirscht unter den Schuhen, die Treppen im Haus sind mit Splitt bestreut. Im Erdgeschoss spiegeln sich Stahlstützen in ausufernden Wasserpfützen. Die Temperatur ist am Gefrierpunkt. Kein Klima, in dem man arbeiten möchte. Nicht im Neuen Hans-Sachs-Haus. Zwischen Weihnachten und Neujahr ruhte die Baustelle kurz. Doch eine ausgedehnte Frostpause legen die Arbeiter nicht ein. Gut 20 Mann schaffen seit Montag wieder auf der Großbaustelle. Über der Munckel-straße reinigt ein Trüppchen die historische Backsteinfassade, die dem Hans-Sachs-Haus das altvertraute Gesicht verleihen wird – bei komplett neuem Innenleben. Auf den Gerüsten widmen sich zwei, drei Arbeiter dem Backstein, befreien ihn im Niederdruck-Wirbelstromverfahren vom Dreck der Jahrzehnte. Mitte Januar sollen hier die ersten Fenster eingebaut werden.

Große Fortschritte

Im Untergeschoss ist der Baufortschritt schon am deutlichsten: Die Wände sind bereits weiß gestrichen, Feuerschutzklappen wurden schon installiert, durch schier endlose Gänge ziehen sich schier endlose Leitungsschächte. Übermannshoch sind die Lüftungskanäle, die ein paar Arbeiter zusammensetzen. In Zukunft wird das Hans-Sachs-Haus mit Erd- und Fernwärme geheizt. In Zukunft. Noch ist es a....kalt. Die Lüftungsbauer stehen zwar nicht unter freiem Himmel, aber mit den Füßen im Wasser. „Das ist unangenehmer, als draußen zu arbeiten“, sagt ein dick eingemummelter Handwerker „Die Kälte kriecht in die Knochen.“

Heute kommen nochmal 20 bis 30 Kräfte der Rohbaufirma hinzu. Und nächste Woche wird es auch wieder mit den 50 Rumänen, die auf Zeit auf der Baustelle leben und arbeiten, weiter in die Höhe gehen. Bei etwas über 3 Grad plus lassen sich Betonarbeiten ausführen. In der Woche vor Weihnachten wurden noch 400 Kubikmeter eingebaut – gegossen im dritten Stock als Deckel für den künftigen Ratssaal. „Auch die Decke des vierten Obergeschosses ist teilweise fertig“, sagt Dominik Zimmer, der für die gmp-Architekten vor Ort die Bauleitung hat.

Erst muss geräumt werden

Schnee überzieht Moniereisen und Betonboden unter freiem Himmel. Bevor es hier in der nächsten Woche weiter geht, muss erst einmal geräumt werden. Wenn nicht das Tauwetter die Arbeit übernimmt. Abspannungen, Schwellen und Abdeckungen sollen verhindern, dass dann der Pegel im Keller steigt.

Der größte von drei Baukränen steht im Lichthof des Komplexes. Rund 60 Meter hoch ragt er auf, über vier Tonnen Gewicht kann er an den Ausleger nehmen. Wenn der Rohbau wieder auf vollen Touren läuft, wird wieder Bewegung in den Riesen kommen. Zimmer ist optimistisch. „Für die nächsten anderthalb Wochen sind Plusgrade angekündigt.“

 
 

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