Anwohner der Trendsportanlage Consol in Gelsenkirchen klagen über nächtlichen Krach

Tobias Mühlenschulte
Die Besucher der unliebsamen Art kommen zur Nachtschicht. Den Anwohnerinnen Susanne Klug (l.) und Yvonne Freudensteinreicht’s.
Die Besucher der unliebsamen Art kommen zur Nachtschicht. Den Anwohnerinnen Susanne Klug (l.) und Yvonne Freudensteinreicht’s.
Foto: WAZ FotoPool
Anwohner der Trendsportanlage Consol beschweren sich über nächtlichen Krach. Autolärm, Musik und Trinkgelage rufen Politik, Stadt und Polizei auf den Plan. Jugendliche würden mit ihren oft aufgemotzten Autos die Straße zum Parkplatz rauf und runter fahren, es sei ein ständiges Kommen und Gehen. Der Begriff „Partymeile“ fällt.

Gelsenkirchen. Seit sieben Jahren wohnen Susanne Klug (47) und Yvonne Freudenstein (36) mit ihren Familien an der Klarastraße. Direkt hinter der Trendsportanlage Consol. „Von Anfang an gab es hier Lärm“, sagt Susanne Klug. „Aber seit letztem Jahr ist die Situation eskaliert“, fügt ihre Nachbarin hinzu. Die Situation ist folgende: Jugendliche und junge Erwachsene nehmen ab den frühen Abendstunden den Parkplatz der Trendsportanlage, der in einer Sackgasse liegt, in Beschlag – lautstark. Dazu hinterlassen sie Spuren: Müll, Sachbeschädigungen.

„Wir haben Familien und sind berufstätig“, beklagen die beiden Anwohnerinnen die Lärmbelästigung. Am Mittwochmorgen trafen sie sich beim Ortstermin mit der Bezirksvertretung Mitte, der Verwaltung, dem Präventionsrat und der Polizei. Dass es im Umfeld der Anlage tagsüber laut sei, so Susanne Klug, sei ja akzeptabel, aber „nachts ist es schlimm geworden“.

Es ist ein ständiges Kommen und Gehen

Jugendliche würden mit ihren oft aufgemotzten Autos die Straße zum Parkplatz rauf und runter fahren, es sei ein ständiges Kommen und Gehen. Der Begriff „Partymeile“ fällt. Aus den offenen Autotüren käme laute Musik. Auch Minderjährige würden hier harten Alkohol konsumieren. „Manchmal kommen sie erst um Mitternacht und bleiben dann bis vier Uhr morgens.“ Bei den unliebsamen Besuchern handele es sich wohl nicht nur um eine Gruppe, sondern um mehrere. Es sei bei Gesprächsversuchen mit den Jugendlichen geblieben. Die Anwohner schilderten ihr Anliegen vor etwa drei Monaten der Stadt.

Von Ende April bis Ende Juni, erklärt Achim Deimann, Polizei-Geschäftsführer beim Präventionsrat, haben Beamte den Parkplatz an der Klarastraße regelmäßig angefahren. „Es gab 20 Einsätze, davon zwölf am Wochenende – auch um 1 oder 2 Uhr morgens.“ Allein: Lediglich einmal seien dabei Jugendliche angetroffen worden. Die seien dann aufgefordert worden, sich entweder gar nicht mehr oder angemessen dort aufzuhalten. „Das Wetter war auch nicht so besonders in den letzten Wochen, dann ist das Abhängen hier nicht so interessant“, wendet Susanne Klug ein.

Bauliche Maßnahmen sind denkbar

Man habe verschiedene Stellen in dieser Angelegenheit angeschrieben, so Deimann. Denkbar seien etwa bauliche Maßnahmen. Das müsse aber erst geprüft werden. „Die nächste Sitzung des Präventionsrats ist im September. Dann muss schon was klar sein“ , so Deimann. Jetzt ist das Referat Verkehr an der Reihe. Man wolle alle Infos weitergeben und prüfen, was im Rahmen geltenden Rechts möglich ist, erklärt Thomas Mikolajczyk beim Besichtigungstermin auf dem Parkplatz. „Sie können nicht einfach irgendwo eine Schranke aufstellen“, erwidert er einen Vorschlag der Anwohner. Manfred Leichtweis (SPD Bismarck) schlägt die Installation von Kameras vor.

Zum Grundstück: das ist keine öffentliche Verkehrsfläche, sondern eine private Fläche der Stadt Gelsenkirchen. Das, so Mikolajczyk, mache die Sache nicht einfacher. Polizeihauptkommissar Olaf Honold rät den Anwohnern anzurufen, sobald sie wieder Lärm hören. Vielleicht würden die Störenfriede dann nicht erwischt, aber unter Umständen ließe sich ein Verhaltensmuster ablesen. Das könnte helfen.