Anwalt: Dr. Becks Behauptung nicht korrekt

Zum Jugendamtsskandal. In der WAZ vom 28. September wird Dr. Beck mit dem Satz zitiert: „Wenn es um die Zuweisung in das Kinderheim St. Josef ging, gab es immer eine Einflussnahme des Referatsleiters.“ Ferner wird Herr Dr. Beck mit dem Satz wörtlich zitiert: „Wenn die Vertretung der Einrichtung sagte, man habe keine Kapazitäten, gab es nach Interventionen des Referatsleiters dann doch noch einen Platz.“

Damit behauptet Dr. Beck, dass der Referatsleiter, nämlich Alfons Wissmann, in unzulässiger Weise Einfluss auf die Belegung des Kinderheims St. Josef genommen hat. Dies ist falsch. Weder hat er Einfluss genommen, noch konnte er es überhaupt. Erfolgt im Rahmen eines Hilfeplanverfahrens die Entscheidung, ein Kind in ein Heim unterzubringen, sucht nämlich der zuständige Sozialarbeiter und nicht der Referatsleiter diese Einrichtung selbstständig aus.


Dies hat der kommissarische Leiter des Jugendamtes, Herr Schreck, in der Sitzung vom 12. Mai 2015 selbst erklärt. An der Sitzung hat auch Dr. Beck teilgenommen. Sollte er in der WAZ, wovon ich ausgehe, richtig zitiert worden sein, hat Beck bewusst etwas Falsches behauptet.

Die Erklärungen von Dr. Beck sind zudem auch deswegen nicht hinnehmbar, als er weiß, dass das St. Josef-Heim nur zu 2/3 von der Stadt Gelsenkirchen belegt worden ist. Das restliche Drittel wurde von anderen Jungendämtern belegt. Dass Dr. Beck dies auch weiß, ergibt sich eindeutig aus dem Inhalt der Vorlage mit dem Betreff „Belegungszahlen Kinderheim St. Josef“ vom 9. September 2015. Die Vorlage diente zur Vorbereitung der Sitzung des Ausschusses zur Untersuchung von Fehlverhalten im Kontext der Gelsenkirchener Jugendhilfe vom 25. September 2015.

Von der Überbelegung des St. Josefs-Heim hat Alfons Wissmann, ebenso wie der genannte Mitarbeiter, über eine Mitteilung des Caritasverbandes für das Bistum Essen erfahren, die dieser in die Entgeltverhandlung eingebracht hat. Auf die Überbelegung angesprochen, hat der Trägervertreter versichert, zusätzliches Personal eingestellt zu haben.

Dr. Heinz-Dieter Heescher,
Rechtsanwalt

 
 

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