An Holgers Bude gibt es Stärkung für Rad und Radfahrer

Betontische, Metallbänke und jede Menge Holzgarnituren laden an der Erzbahnbude im Städtedreieck Gelsenkirchen, Bochum, Essen zur Pause ein.
Betontische, Metallbänke und jede Menge Holzgarnituren laden an der Erzbahnbude im Städtedreieck Gelsenkirchen, Bochum, Essen zur Pause ein.
Foto: FUNKE Foto Services
Am Samstag, 20. August, dem ersten Tag der Trinkhalle im Ruhrgebiet, gibt es am Kiosk an der Erzbahntrasse literarische und kulinarische Leckerbissen.

Gelsenkirchen.. Zu Holger „anne Bude“ geht man nicht mal eben in Pantoffeln, wenn man abends noch ein paar Chips möchte. Aber ansonsten sind die Dauerbrenner hier ähnlich wie an ganz normalen Buden, Kiosken, Trinkhallen, wie auch immer man diese kleinen Tausendsassas nennen mag. Wasser, Bier und Kaffee, Würstchen, Frikadellen, Muffins – Waschmittel und rohe Eier sucht man hier allerdings vergeblich. Stattdessen gibt es Flickzeug für Fahrradschläuche, Schrauben in verschiedensten Größen und Werkzeug für alle Fahrrad-Wehwehchen.

Holger Kestings Bude steht ja auch nicht an einer Wohnstraße, sondern an der Erzbahntrasse, dem einstigen Transportweg von Kohle und Stahl. Heute ist die Trasse fest in der Hand von Fahrradfahrern, Skatern und Spaziergängern.

Über die Flora- und Ostpreußenstraße ist sie heute erreichbar, diese Bude der besonderen Art, nah an der Grenze zu Bochum, Wattenscheid und Essen. Hier trifft sich die Fahrradgemeinde. Sieben Tage die Woche, sieben Monate im Jahr ist der Kiosk-Wagen bisher geöffnet. Werktags sind es vor allem die Fahrradpendler, die auf dem Weg von und zur Arbeit hier Rast machen. Und all jene, die werktags Zeit und Lust haben, zum Spaß Fahrrad zu fahren. Und dies am liebsten in Ruhe tun. Man kennt sich, weiß, wer seine Ruhe schätzt und wer gern ein Schwätzchen hält.

Dienstags und donnerstags gibt es immer Gitarrenmusik live

Am Wochenende, wenn auch noch das Wetter mitspielt, sind hier alle rund 70 Sitzplätze an Holzbänken, Metallrondells und Steinquadern besetzt. Familien, Gruppen, Einzel-Radler. Das Stammpublikum aber ist am liebsten unter der Woche hier. Dienstags und donnerstags gibt es abends Gitarrenmusik live, seit dem Frühjahr stehen hier gar Dixi-Toiletten für jene, die nicht jedes Getränk ausschwitzen. „Ich brauch das nicht“, verrät Gerhard Rohde (68), der bei gutem Wetter regelmäßig aus der Feldmark losradelt und hier Station macht.

Es soll bald sogar noch luxuriöser werden: Fließend Wasser, ein gemauerter Kiosk. Acht Jahre nach dem Start der Erzbahnbude, wie sie längst überall heißt, hat der Regionalverband Ruhr sich eingeschaltet, hilft beim Ausbau der Infrastruktur des Platzes. Nicht des Kioskes, versteht sich; es geht um den Schnittpunkt verschiedener Fahrradrouten. Apropos Fahrradrouten. Für den Tag der Trinkhalle hat der ADFC vier Fahrradtouren erarbeitet, die kulturell bespielte Buden miteinander verbinden.

Täglich ab zehn Uhr bis abends geöffnet – künftig auch im Winter

Mittlerweile beschäftigt Holger Kesting auch eine Vollzeitkraft hinter dem Tresen. Sonst wäre es kaum möglich, täglich ab zehn Uhr bis abends geöffnet zu halten. Im Winter künftig ebenfalls, wenn es nicht gerade schneit. Dann gibt es Glühwein und Kakao.

Am Samstag, 20. August, dem ersten Tag der Trinkhalle, dürfte es an der Erzbahnbude besonders „kuschelig“ werden. Sie ist eine von zwei Gelsenkirchener Trinkhallen, die die Ruhrtouristik kulturell „bespielt“. Von 16 bis 22 Uhr geht es hier an dem Tag rund – mit Spitzenkoch Florian Hartinger vom Kölner „Maibeck“, der vor Ort ein Budenmenü improvisiert und Gegrilltem von Holger, Lesungen und Live-Musik von den Hausgitarristen.

Literarische Leckerbissen mit Nils Beckmann und Jennifer Ewert

Passend zu den kulinarischen Leckerbissen gibt es szenisch gelesene Texte von Schauspieler und Drehbuchautor Nils Beckmann und Schauspielerin Jennifer Ewert rund um das kulinarische Ruhrgebiet und die Bude als Versorgungsort, vom Klümpchen bis zur Erasco-Dose.

Für Abkühlung sorgt Kult-Eis vom Bochumer Kugelpudel.

 
 

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