Alzheimer Gesellschaft Gelsenkirchen stellt sich neu auf

Das ist der neue Vorstand der Alzheimer Gesellschaft (v. l.): Prof. Claus G. Haase, Dr. Wilfried Reckert, Kerstin in der Beek, Marita Ingenfeld, Peter Spannenkrebs, Martina Mail und Christel Becker-Reinartz.
Das ist der neue Vorstand der Alzheimer Gesellschaft (v. l.): Prof. Claus G. Haase, Dr. Wilfried Reckert, Kerstin in der Beek, Marita Ingenfeld, Peter Spannenkrebs, Martina Mail und Christel Becker-Reinartz.
Foto: Funke Foto Services
Es gibt einen neuen Vorstand. Und neue Ziele für die kommenden Jahre: Unter anderem soll die Öffentlichkeit für das Thema Demenz sensibilisiert werden

Gelsenkirchen.. Die Alzheimer Gesellschaft Gelsenkirchen hat einen neuen Vorstand. Nachdem Ingrid Wüllscheidt und Dr. Andreas Reingräber aus privaten Gründen nicht mehr für die Ämter zur Verfügung standen, treten Dr. Wilfried Reckert und Christel Becker-Reinartz nun in ihre Fußstapfen.

Reckert war neun Jahre lang Seniorenbeauftragter der Stadt, Becker-Reinartz ist ehemalige Lehrerin. Über Familienangehörige das erste Mal persönlich mit Demenz in Kontakt gekommen, hat sie an der Gesamtschule Berger Feld das Projekt „Demenz – ein Thema für Kinder und Jugendliche“ ins Leben gerufen.

Demenz soll in die Quartiersnetze eingebracht werden

Für dieses Jahr – und auch für die kommenden – möchte der Verein sich dafür stark machen, ein demenzfreundliches Gelsenkirchen zu schaffen. „Wie genau das aussieht und was genau das bedeuten soll, ist noch offen“, sagt Wilfried Reckert, hat aber gemeinsam mit seinen Kollegen schon ein paar Vorschläge erarbeitet.

Das Thema Demenz soll präsenter werden im öffentlichen Raum, das wünscht sich die Gesellschaft, „in den Inklusionsprozess und die Quartiersnetze eingebracht werden“, sagt Reckert. Vor allem das Thema Verkehr liegt den sieben Vorstandsmitgliedern, die heute am Tisch sitzen, am Herzen. „Was können wir am Verkehr, an dessen Infrastruktur verändern, so dass sich ein dementer Mensch frei und sicher bewegen kann?“, fragen sie sich. Ihn zu Hause einzusperren sei schließlich keine Option.

Erste Schritte in der Öffentlichkeit gab es schon

Erste Schritte im öffentlichen Raum hat es schon gegeben. Seit 2013 gibt es jeden letzten Donnerstag im Monat ein Demenz-Tanzcafé im Café Sel an der Lohfeldstraße 6. „Das läuft immer noch sehr gut“, sagt Vorstandsmitglied Marita Ingenfeld und bezeichnet die Veranstaltungsreihe als „kleine Erfolgsgeschichte, weil es dort gelungen ist, Menschen mit und ohne Demenz zusammen zu bringen.“

Außerdem hat die Alzheimer Gesellschaft ein paar Finanzbeamte zum Umgang mit dementiell Erkrankten schulen lassen. „Jetzt gibt es zumindest einen in jeder Abteilung, der weiß, wie mit den Leuten umzugehen ist“, erklärt Reckert diese Maßnahme.

Ein weiteres Projekt steht schon in den Startlöchern: Eine Demenz-WG in Rotthausen. Die wird im Mai eröffnet. Das Besondere an der Wohngemeinschaft: Die Bewohner des Stadtteils haben den Aufbau begleitet und sollen das auch weiterhin tun. „Ein ganzer Stadtteil wird so mitgenommen“, sagt Reckert.

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