Aktionstag zu Kindersoldaten im Spunk in Gelsenkirchen

FSJlerin Ariana Borkowski (v.l.) zeigt Michelle, Lea und Luca, worauf Kindersoldaten in ihrem Leben verzichten müssen.
FSJlerin Ariana Borkowski (v.l.) zeigt Michelle, Lea und Luca, worauf Kindersoldaten in ihrem Leben verzichten müssen.
Foto: WAZ
Im Spunk gab es anlässlich des weltweiten „Red Hand Day“ kindgerechte Informationen über das Schicksal von 250 000 Minderjährigen an Waffen. 16 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren ließen sich über das Schicksal der betroffenen Jungen und Mädchen aufklären.

Gelsenkirchen.. Das Erste, was einem beim Betrachten des Fotos der uniformierten und schwer bewaffneten Jungen in den Sinn kommt, ist ein Karnevalsumzug, wenn auch ein sehr makabrer. Mit stolzgeschwellter Brust marschieren die Kindersoldaten in Tarnkleidung, mit roten Baretts auf dem Kopf und Maschinenpistolen in der Hand auf den Fotografen zu. Die leider authentische Aufnahme einer Militärparade im Libanon ist Teil einer Präsentation, die im Spunk am Red Hand Day gezeigt wurde.

Fotos von Kindern mit Waffen

Das Kinder- und Jugendkultur-Zentrum in Ückendorf hatte für den internationalen „Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten“ am Mittwoch zu einer Aufklärungs-Aktion in die Einrichtung am Festweg eingeladen. 16 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren ließen sich ihrem Alter angemessen über das Schicksal von weltweit ca. 250.000 Kindersoldaten – darunter auch Mädchen – aufklären.

Für die jüngeren Teilnehmer war das Eintauchen der Hand in rote Farbe mit anschließendem Abdruck auf einem Papierbogen das Highlight. „Das hat mir am besten gefallen“, sagte eines der Mädchen leise. FSJlerin Ariana Borkowski führte die Aktion im Spunk durch. Angefangen hatte das Ganze mit einer etwa 15-minütigen Leinwand-Präsentation. „Die kleineren Kinder waren erschrocken“, sagte Borkowski. Wohlgemerkt: Es wurden keine blutrünstigen Bilder gezeigt, „nur“ Fotos von zumeist afrikanischen Kindern, die mit Schusswaffen posieren. „Auch die Älteren wussten nichts von Kindersoldaten. Teilweise wissen sie gar nicht, was eine Armee ist. Aber gefühlsmäßig wissen sie, dass Kinder keine Soldaten sein sollten“, so die Erkenntnis der Spunk-Mitarbeiterin.

Handy - für europäische Kinder eine Selbstverständlichkeit

Eine Landkarte des Child Soldiers Global Report zeigte auf, in welchen Regionen der Erde es besonders viele Kindersoldaten gibt: Lateinamerika, Afrika (vor allem in Uganda, Liberia, dem Kongo und im Sudan) und Asien.

Nach dem informativen und kreativen Teil sollten die Kinder ihre Köpfe anstrengen. Anhand von Pappen mit symbolischen Fotos führte Ariana Borkowski den Teilnehmern vor Augen, was ihnen das Leben bietet: „Ihr habt Spaß, ihr habt Familie, ihr esst, geht in die Schule, habt Geld. Was habt ihr noch?“ Joyce hatte eine Idee: „Freunde!“ Richtig, der Begriff landete als erster Vorschlag mit auf der Pappe.

Und die Kindersoldaten? Kein Zuhause, Hunger, keine Rechte, ein Leben in Armut und – für europäische Kinder der Moderne eine Selbstverständlichkeit – „kein Handy“.

 
 

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