Ack van Rooyen, ein Pustefix aus Den Haag in Gelsenkirchen

Ack van Rooyen im Consol Theater.
Ack van Rooyen im Consol Theater.
Foto: Christoph Giese
Der humorige 85-Jährige stand als Gast des überzeugenden Johanna-Schneider-Quartetts im Consol Theater im Rampenlicht.

Gelsenkirchen.. Ein humoriger Typ ist er, der Ack van Rooyen. Macht etwa gerne mal einen kleinen Witz oder lässt das Publikum Melodien weitersummen, die er nur kurz auf seinem Flügelhorn anstimmt.

Eigentlich ist der Niederländer an diesem Abend in der gut besuchten Kellerbar des Consol Theaters nur Gast des Quartetts der Sängerin Johanna Schneider. Aber die überlässt dem legendären 85-jährigen Pustefix aus Den Haag gerne zwischendurch das Rampenlicht.

Ein feines Debütalbum

Sich selbst übermäßig in Szene zu setzen, ist sowieso nicht das Ding der aus Bamberg stammenden, seit einigen Jahren schon in Essen lebenden Sängerin, die mit „Pridetime“ in diesem Jahr ein feines Debütalbum veröffentlicht hat.

Darauf zu hören ist etwa das Stück „Throw It Away“ der verstorbenen Sängerin Abbey Lincoln. Johanna Schneider macht in der Consol-Kellerbar aus dem im Original getragenen, sehr berührenden Song eine fulminante Swingnummer. Clever, denn an Abbey Lincoln kann man sich leicht verheben, versucht man, wie die Amerikanerin zu singen.

Starker Beifall am Ende des Konzerts

Ihre dreiköpfige vorzügliche Band mit Pianist Tizian Jost, Kontrabassist Andreas Kurz und Schlagzeuger Bastian Jütte ist bei jeder Stimmung mehr als nur perfekte Begleitung für Johanna Schneider und ihren Stargast. Der darf bei Jazz-Standards wie „How Deep Is The Ocean“ zeigen, wie elegant er immer noch swingen kann.

Vielfalt ist Trumpf bei diesem Konzert. Gleich zwei, zum Pop herüberblinzelnde Lieder mit eigenen deutschen Texten, einer davon von der Mutter geschrieben, sind im Programm. Und beim „Ethiopian Man“ blickt ihr Jazz kurz rüber nach Afrika.

Dass Johanna Schneider bei Tom Jobims „Waters Of March“ an diesem Abend ein wenig diese typische südamerikanische Leichtigkeit fehlte -- geschenkt. Der starke Beifall am Ende von einem begeisterten Publikum war letztlich des Konzertes mehr als berechtigt.

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