Abschied von der Auferstehungskirche

Letzter Gottesdienst: Sonntag wird die Auferstehungskirche, Baujahr 1911, endwidmet. Taufschale und Abendmahlskelch kommen in die Altstadtkirche. Dort soll auch die älteste und größte Glocke der Stadt, der „Dicke Georg“ Platz finden. Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool
Letzter Gottesdienst: Sonntag wird die Auferstehungskirche, Baujahr 1911, endwidmet. Taufschale und Abendmahlskelch kommen in die Altstadtkirche. Dort soll auch die älteste und größte Glocke der Stadt, der „Dicke Georg“ Platz finden. Foto: Olaf Fuhrmann / WAZ FotoPool
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Gelsenkirchen.. Das Evangelisches Gotteshaus wird Sonntag entwidmet. Eine Nutzungsalternative für die Kirche an der Josefstraße fehlt trotz langer Suche nach wie vor. Der evangelischen Gemeinde bleiben vorerst die Unterhaltskosten.

„Das Ende aller Dinge ist nahe“ – für den Sonntag, 15. Mai, ließe sich in der Auferstehungskirche der erste Brief des Petrus, Kapitel 4, bemühen (vor allem, weil es dort weiter heißt: „Seid also besonnen und nüchtern und betet“). Doch ganz so dramatisch wird der Appell wohl nicht. Nicht das Ende aller Dinge, aber eines großen Kapitels steht an: Das Gotteshaus an der Josefstraße 14 wird von der evangelischen Gemeinde aufgegeben. Um 10 Uhr beginnt dort der letzte Gottesdienst zur so genannten „Entwidmung“ der Kirche, die 1911 als Gotteshaus für die ‚Neustadt‘ erbaut wurde.

Zahlen stetig rückläufig

Mitte der 50er Jahre hatte der Pfarrbezirk ‚südlich der Bahnlinie‘ über 3000 Gemeindeglieder. Seit den 70er Jahren sind die Zahlen rückläufig – im Gottesdienst und der Gemeinde. Nur noch 788 Evangelische leben in diesem Bereich. Ob auf Dauer die Altstadtkirche und die Auferstehungskirche in der Neustadt zu halten seien, diskutierte das Presbyterium der Kirchengemeinde Gelsenkirchen früh. Mit bekanntem Ergebnis:

Vor rund 20 Monaten wurden bereits die regelmäßigen Sonntagsgottesdienste eingestellt. Seitdem bemühte sich das Leitungsorgan der Gemeinde um eine alternative Nutzung, so Katharina Blätgen, die Sprecherin des Kirchenkreises Gelsenkirchen und Wattenscheid. Columbarium, Diakoniezentrum, Restaurant oder auch eine Künstlerwerkstatt standen zur Diskussion. „Leider kam bisher kein Konzept über das Entwurfsstadium hinaus“, heißt es nun.

Alternative Nutzung

Ein Gutachten ergab zudem, dass die umfassende Sanierung der Kirche über 400.000 Euro kosten würde. Deshalb hat das Presbyterium Ende 2010 die Entwidmung beim Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche von Westfalen (EKvW) beantragt und am 25. Januar erhalten.

Mit der Entwidmung am Sonntag ist der Weg endgültig frei, die im Jugendstil erbaute Kirche einer alternativen Nutzung zuzuführen (die Unterhaltungskosten von rund 12.000 Euro pro Jahr bleiben natürlich bis dahin). Im Rahmen des Gottesdienstes wird Superintendent Rüdiger Höcker den Presbytern Taufschale und Abendmahlskelch überreichen, damit sie sie in die Altstadtkirche bringen. Dort werden sie ab 11.45 Uhr im Rahmen einer Andacht in Empfang genommen. Related content

 
 

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