53-Jähriger soll 85 Kilo Amphetamin geschmuggelt haben

Ecstasy-Pillen in hochwertiger Qualität, hier in Duisburg sichergestellte Pillen, soll die Gruppe bundesweit verkauft haben.l
Ecstasy-Pillen in hochwertiger Qualität, hier in Duisburg sichergestellte Pillen, soll die Gruppe bundesweit verkauft haben.l
Foto: Fabian Strauch
Drei Kartons soll ein 53-Jähriger benötigt haben, um 85 Kilo Amphetamin über die Grenze zu schmuggeln. Jetzt muss er sich vor Gericht verantworten.

Gelsenkirchen.. Bundesweit soll die Organisation Ecstasy-Tabletten in hochwertiger Qualität verkauft haben. Da ist der 53-Jährige, der sich seit Dienstag vor dem Landgericht Essen verantworten muss, als Kurierfahrer eher ein kleines Licht. Doch angesichts der Menge von 85 Kilogramm Amphetamin, die er von Venlo nach Essen und Hassel gefahren haben soll, geht es für den Arbeitslosen um viel.

Er selbst will mit den Schmuggelfahrten aus Venlo nichts zu tun haben. Die Anklage sei falsch. Das Essener Zollfahndungsamt und die Staatsanwaltschaft sind sich aber sicher, dass er der Kurier für einen Großdealer aus Hassel war. Der soll im großen Stil in Holland Amphetamine oder Marihuana geordert und in ganz Deutschland verkauft haben. Zu den Mitgliedern der Gruppe soll ein Mann zählen, der eine Art Rohdiamant sein eigen nannte: Eine Maschine, die aus den synthetischen Rauschmitteln Ecstasy-Tabletten herstellte. Offenbar verstand er sein Geschäft. Das ließ bei diesen Pillen zumindest die Resonanz bei den Kunden in Deutschland vermuten.

Abgehörte Telefonate

Über abgehörte Telefonate glauben die Fahnder, dem 53-Jährigen die Tatbeteiligung als Kurierfahrer nachweisen zu können. Am 18. Juni vergangenen Jahres hatte der mutmaßliche Kopf der Gruppe 85 Kilo Amphetamin in Holland bestellt. Nachdem er 17.000 Euro angezahlt haben soll, benachrichtige er laut Anklage den 53-Jährigen. Der sei losgefahren, um den Stoff in Venlo abzuholen und nach Essen zu bringen.

Die Fahrt am 23. Juni soll den Angeklagten ohne Probleme nach Venlo gebracht haben. Zwei Kartons mit jeweils 32 Kilo und einen mit 21 Kilo soll er in seinem Wagen verborgen haben. Nur bei der Rückkehr in Essen lief alles schief.

Kein direkter Beweis

Vereinbart war die Übergabe der Drogen im Ostviertel der City, nah an den Gleisen, die aus dem Hauptbahnhof führen. Doch die Gruppe soll sich beobachtet gefühlt haben, war mit dem Treffpunkt am Rande der Innenstadt nicht mehr einverstanden. Da soll der Chef den Kurier nach Hassel beordert haben, nur 500 Meter neben seiner Wohnung.

Einen direkten Beweis, dass der 53-Jährige 85 Kilo Drogen im Auto hatte, gibt es nicht. Aber eine Woche nach dieser Fahrt war der 53-Jährige mit rund vier Kilo Marihuana erwischt worden. Dafür bekam er, nicht rechtskräftig, zweieinhalb Jahre Haft vom Amtsgericht in Ahaus. Und der Kopf der Gruppe, mittlerweile festgenommen, soll ihn auch belasten. Er wird erst am 3. Juni vernommen.

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