19-jährige Gelsenkirchenerin geht zum Studieren nach Amerika

Susanna Schumann, Abiturientin und Schwimmerin der SG Gelsenkirchen, wird ab Herbst 2014 an der Universität in Wyoming (USA) mit einem Sportstipendium studieren.
Susanna Schumann, Abiturientin und Schwimmerin der SG Gelsenkirchen, wird ab Herbst 2014 an der Universität in Wyoming (USA) mit einem Sportstipendium studieren.
Foto: WAZ
„Und, was willste nach dem Abi machen?“ ist wohl die am häufigsten gestellte Frage an angehende Abiturienten. Im Gegensatz zu manch Anderem, kann Susanna Schumann diese Frage schon sicher beantworten. Die Schwimmerin aus Gelsenkirchen erhält ein Sportstipendium für die „University of Wyoming“.

Gelsenkirchen.. „Und, was willste nach dem Abi machen?“ ist wohl die am häufigsten gestellte Frage an angehende Abiturienten. Die meisten Antworten enthalten Phrasen wie: „Studieren, eine Ausbildung“ oder „keinen Plan“. Nicht so bei Susanna Schumann. Sie hat schon einen ziemlich genauen Plan.

Für die 18-jährige Schülerin des Grillo Gymnasiums geht es im August nach Amerika, in den Bundesstaat Wyoming im Westen der USA. Ermöglicht wird ihr das durch ein Sportstipendium – die Abiturientin ist nämlich Schwimmerin bei der Startgemeinschaft Gelsenkirchen.

Studium an der Uni Wyoming

Ab Herbst wird sie von der „University of Wyoming“ gefördert – das Stipendium deckt fast alle Kosten (also auch Unterkunft, Verpflegung und Sportausrüstung) ab. Etwa 300 Euro muss Susanna monatlich selber draufzahlen. In Anbetracht der Tatsache, dass ein Semester in Wyoming rund 19.000 Euro kostet, eine Lappalie.

Die Idee in Amerika zu studieren ist nicht von Susanna selbst initiiert worden. „Eigentlich war es so, dass mich die Organisation Scholarbook angeschrieben und nach meinem Interesse an einem Sportstipendium gefragt hat.“ Beim ersten Mal, das war 2011, habe sie darüber aber „nicht weiter nachgedacht, weil die Zeit nach dem Abi einfach noch so weit entfernt war“, erklärt Susanna. Erst 2012 habe sie sich weitergehend damit auseinandergesetzt und sich mit der Möglichkeit eines Auslandsstudiums in den USA angefreundet.

Vereinbarkeit von Sport und Studium

Immerhin, die Vorteile einer amerikanischen Uni liegen für die Schwimmerin klar auf der Hand: „In Amerika ist es so, dass die Trainer gezielt nach Verstärkung für ihr Team suchen und um jeden Sportler kämpfen.“ Dort ließe sich ein Studium mit dem Sportlerdasein vereinbaren – oft werde sogar der eigene Stundenplan um die Trainingszeiten herum gebaut. „In Deutschland ist es eher so, dass viele Sportler aufhören, sobald sie studieren, einfach weil beides nicht miteinander vereinbar ist.“

Susanna hat 16 Anfragen von amerikanischen Hochschulteams erhalten. Warum sie sich gerade für Wyoming entschieden hat? „Beim Gespräch mit dem Trainer des dortigen Schwimmteams haben wir sofort gemerkt, dass wir auf einer Wellenlänge liegen“, sagt die Sportlerin. Solche Wohlfühlfaktoren seien im Leistungssport sehr wichtig.

Nun startet ein vierjähriges Studium, danach hat Susanna einen (auch in Deutschland anerkannten) Bachelor. Was genau sie studieren möchte, weiß die Stipendiatin noch nicht. „Wahrscheinlich etwas im Bereich Sportmanagement, denn ich würde mir wünschen irgendwann mal als Managerin in einem Sportunternehmen zu arbeiten.“ Für die Zeit in Amerika wünscht sie sich „das Land, die Leute und deren Mentalität kennen zu lernen.“ Und natürlich die eigenen Schwimmleistungen weiter zu verbessern.

Aufwendige Bewerbung

Die Bewerbung um ein Sportstipendium in den USA ist aufwendig, viele Dinge müssen beachtet werden. Eine Organisation, die Sportler auf der Suche nach einem Sportstipendium in Amerika unterstützt, ist Scholarbook.

Dort ist das Verfahren wie folgt gegliedert: In einem ersten Schritt gibt es die Kontaktaufnahme seitens der Bewerber, in Ausnahmefällen auch von der Organisation aus, wie bei Susanna geschehen.

Anschließend erfolgt eine Chanceneinschätzung für das mögliche Stipendium – bei Susanna lag diese bei 80 Prozent – und es wird ein Beratungsvertrag unterzeichnet. Es folgen einige Sprachtests und der Dreh eines Bewerbervideos zur Erstellung des Sportlerprofils. Die hierfür anfallenden Kosten müssen die Bewerber selbst zahlen.

Die Trainer der Sportteams setzen sich anschließend mit den in Frage kommenden Sportlern in Verbindung. Nach Unterzeichnung des Stipendiatenvertrags muss außerdem ein Visum beantragt werden.

 
 

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