Zukunftswerkstatt für Horst

Sie haben die  Zukunft Horsts fest im Blick (v.l.): Bezirksbürgermeister Joachim Gill, Leiter des Wohnheims für Menschen mit Behinderungen - Haus St. Rafael, Werner Kolorz, Astrid Hornschuh vom Infocenter Seniorennetz, Nachbarschaftsstifter Tomas Grohé und Robert Pescht von der Gesamtschule Horst. Foto: Thomas Schmidtke
Sie haben die Zukunft Horsts fest im Blick (v.l.): Bezirksbürgermeister Joachim Gill, Leiter des Wohnheims für Menschen mit Behinderungen - Haus St. Rafael, Werner Kolorz, Astrid Hornschuh vom Infocenter Seniorennetz, Nachbarschaftsstifter Tomas Grohé und Robert Pescht von der Gesamtschule Horst. Foto: Thomas Schmidtke
Foto: WAZ FotoPool
Die Nachbarschaftsstifter Horst und das Infocenter Seniorennetz wollen mit Unterstützung anderer Akteure einen Zukunftswerkstatt Horst ins Leben rufen, die den Alltag vor Ort verbessern soll. Interessierte treffen sich am Samstag, 11. Februar, in der Gesamtschule Horst.

Horst.. Kein Bürgerverein, keine gemeinsamen Ziele, kurz: „Jeder wurschtelt in Horst so vor sich hin“. Komplimente klingen anders, aber Joachim Gill (SPD), Bezirksbürgermeister in West, dürfen die nötigen Innen-Ansichten unterstellt werden. Ebenso wie Nachbarschaftsstifter Tomas Grohé, der von einem Trend zur Isolation im Stadtteil spricht. Was sie eint: Mit anderen Akteuren wollen sie am Samstag, 11. Februar, eine Zukunftswerkstatt für alle Horster ins Leben rufen, die den Alltag vor Ort verbessern soll.

„Die Zukunftswerkstatt soll ein Zündfunke für die Gründung eines Runden Tisches Horst werden, der Ideen und Wünsche für ein gutes Zusammenleben im Stadtteil zusammenträgt und Vorschläge zur Realisierung entwickelt“, skizziert Grohé die Initiative der Horster Seniorenvertreter und Nachbarschaftsstifter, die unterstützt wird von Gill und Verantwortlichen des St.-Rafael-Wohnheims für Menschen mit Behinderungen, der Gesamtschule Horst, von Agenda-21-Werkstatt und -Büro sowie dem Infocenter Seniorennetz.

Wie notwendig ein solches Projekt ist, hätten die Sozialraumgespräche West gezeigt, zu denen die Stadt sozial engagierte Akteure im Stadtteil einlädt, um Ergebnisse der kleinräumigen Sozialberichterstattung zu diskutieren.

„Wir verzeichnen in Horst-West etwa einen großen Anteil Alleinerziehender, ein Drittel davon hat einen Migrationshintergrund. Für sie muss ebenso etwas getan werden wie für Jugendliche unter 18, die ein Drittel der Horster stellen. Bis auf das Jugendzentrum Buerer Straße gibt es für sie keinen Treffpunkt“, erklärt Grohé. Die rund 90 Vereine im Stadtteil seien viel zu oft nur bei ihren Mitgliedern bekannt.

Möglichst vielen Menschen aus ihrer Isolation zu helfen, lautet das Hauptziel der Akteure. Nicht von ungefähr heißt das Motto des Runden Tisches denn auch „Zum Wohle lebendiger Nachbarschaft“. Sprich: Die Betroffenen sollen am 11. Februar in der Gesamtschule Horst selbst zu Wort kommen, dort ihre Bedürfnisse, Probleme in Bezug auf die Zukunft von und in Horst austauschen und Ideen entwickeln, die im besten Fall in Arbeitsgruppen münden.

„Wir werden sicher nicht sofort ein Sanierungskonzept für Horst entwickeln, sondern eher einen Steinbruch erarbeiten, aus dem wir gemeinsam etwas bauen können,“, so Grohé. Ob es sich dann um Unterstützungsangebote für Alleinerziehende handelt, um spezielle Angebote für ältere Jugendliche oder die Beseitigung von Verkehrsbarrieren für Ältere und Behinderte in Horst-Mitte: Man werde es sehen.

Für Gill und Grohé jedenfalls markieren die Initiative Zukunftswerkstatt ebenso wie das Projekt Erzählbänke von Seniorenvertretern, Nachbarschaftsstiftern und Kitas in 2011 einen Wendepunkt. Gill: „Im Stadtteil lässt sich eine gewisse Aufbruchstimmung feststellen. Wenn die Leute an einem Strang ziehen, zeigt der Fahrstuhl Horst endlich wieder nach oben.“

 
 

EURE FAVORITEN