Zukunft mit Geschichte gestalten

Der „Freundeskreis für die Geschichte Hassels" bereitet eine Ausstellung zum Thema vor. Die Initiatoren sind am Ausstellungsort an der Polsumer Straße  zusammengekommen: (v.l.) Heinz Hackstein, Anke Sauerborn, Peter Peine, Wolfgang Skowronek und Egon Kopatz.
Der „Freundeskreis für die Geschichte Hassels" bereitet eine Ausstellung zum Thema vor. Die Initiatoren sind am Ausstellungsort an der Polsumer Straße zusammengekommen: (v.l.) Heinz Hackstein, Anke Sauerborn, Peter Peine, Wolfgang Skowronek und Egon Kopatz.
Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Hassel..  Die Zeiten, als eine Straßenbahn durch die Polsumer Straße fuhr und sich gut gefüllte Schaufenster aneinander reihten, sind längst vorbei. Busse sorgen heute für den öffentlichen Transport und manche leere Geschäftsauslage verstaubt hinter blinden Scheiben. Ein Umstand, mit dem sich der Geschichtskreis Hassel/Bergmannsglück nicht abfinden will und so sorgt er zumindest für Leben hinter den Schaufenstern des Hauses Polsumer Straße 160.

Dort kann man mit Hilfe von Fotos und Fundstücken schon seit Oktober 2012 einen Blick in die Geschichte Hassels werfen. Und am Donnerstag, 11. April öffnen sich dann auch die Ladentüren der ehemaligen Schlecker-Filiale für die Öffentlichkeit.

Wo früher Haartönung, Zahnpflege und Vitamingetränke angeboten wurden, kann sich der Besucher über die Geschichte des Stadtteils informieren und dabei lernen, wie ländlich es einstmals in Hassel zuging. So trägt der geschichtliche Nachmittag auch den beziehungsreichen Titel „Kohle war nicht alles“. Viele Freunde der Stadtteilgeschichte haben sich zusammengetan, um mit der Ausstellung in dem Ladenlokal, das von der Hausbesitzer-Familie Sauerbaum kostenlos zur Verfügung gestellt wird, einen vielfältigen Blick in die Historie Hassels zu ermöglichen.

Belebung des Stadtteils

Alte Fotos, Dokumente, Schaustücke und Karten bilden den Grundstock. Von 11 bis 18 Uhr werden der Siedlerbund Flachstraße, der Knappenverein St. Barbara und schließlich der Geschichtskreis Hassel/Bergmannsglück Teile ihrer Sammlungen präsentieren.

Dieser Freundeskreis für Geschichte, zu dem unter anderem der Stadtteil-Historiker Egon Kopatz, Heinz Hackstein, Peter Peine, Anke Sauerbaum, Lothar Scherer, Wolfgang Skowronek und Wolfgang Steffen gehören, hat sich für die Zukunft einiges vorgenommen. „Wir wollen speziell hier an der Polsumer Straße zur Belebung des Stadtteils beitragen. Leider gibt es hier viele leer stehende Ladenlokale. Es wäre doch schön, wenn sich dort Vereine, Initiativen oder Künstler präsentieren könnten“, schlägt Anke Sauerbaum, vor, deren Familie mit der ehemaligen Schlecker-Filiale selbst ein gutes Beispiel dafür gibt. Deshalb suchen die Stadtteil-Historiker auch den Kontakt mit Hauseigentümern.

Auch wenn Kohle nicht alles war, möchte sich der Geschichtskreis weiter auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Bergmannsglück engagieren. Nach der Zusage von Vivawest für die Nutzung des Maschinenhauses (die WAZ berichtete) stehen jetzt Gespräche an, mit denen die Nutzungsbedingungen geklärt werden müssen. „Ganz sicher werden wir für dieses Projekt Spender und Sponsoren brauchen“ ist sich Heinz Hackstein sicher, „schließlich wollen wir weiter mit Geschichte die Zukunft gestalten.“

 
 

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