„Vom Busverkehr abgeschnitten“

Auf der fußläufigen Essener Straße plant der Runde Tisch ein großes Picknick. Foto: Thomas Schmidtke
Auf der fußläufigen Essener Straße plant der Runde Tisch ein großes Picknick. Foto: Thomas Schmidtke
Foto: WAZ FotoPool
Der Runde Tisch Horst kritisiert den Wegfall der Bus-Haltestelle „Marie-Juchacz-Weg“ als Folge von Kanalbauarbeiten, weil Bewohner eines Behinderten-Wohnheims und AWo-Seniorenzentrums vom Busverkehr abgeschnitten seien.

Horst.. Rund soll er sein, der gleichnamige Tisch in Horst. Trotzdem fördert er Ecken und Kanten in dem Stadtteil zu Tage, wie die jüngste Sitzung am Dienstagabend zeigte: Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft (AG) Verkehr kritisierten den Wegfall der Bogestra-Haltestelle „Marie-Juchacz-Weg“ Auf dem Schollbruch als Folge von Kanalbauarbeiten, weil das nahe Caritas-Behinderten-Wohnheim St. Rafael und das AWo-Seniorenzentrum vom Öffentlichen Nahverkehr abschnitten seien.

„Wir erwägen, bei der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung West eine Bürgeranfrage oder einen -antrag zu diesem Problem einzubringen. So wären mehrmals am Tag verkehrende Kleinbusse oder zur Not ein Shuttledienst per Taxi denkbar, um die Bewohner wieder ans ÖPNV-Netz anzubinden und ihnen weite Umwege zur Haltestelle Buerer Straße zu ersparen“, so Tomas Grohé, der als Seniorenvertreter und Nachbarschaftsstifter mit zu den Akteuren des im Februar gegründeten Runden Tisches zählt. Anfang Mai will die AG darüber entscheiden.

Um Horst li(e)benswerter zu machen „zum Wohle lebendiger Nachbarschaft“ – so der Untertitel der Zukunftswerkstatt – haben die Initiatoren in der Arbeitsgruppe „Infrastruktur und Nahversorgung“ auch konkrete(re) Vorstellungen zur Belebung der Essener Straße formuliert. „Noch vor den Sommerferien planen wir dort ein großes Picknick. Wir können zwar keine Standortentwickler ersetzen, wollen aber die Tristesse durch Zwischennutzungen beseitigen helfen. Der Versuch etwa der Werbegemeinschaft, langfristige Lösungen zu finden, soll dadurch auf keinen Fall ausgebremst werden“, so Grohé.

Illusionen will die AG also nicht nachhängen – Visionen entwickeln allerdings sehr wohl. Stichwort: Kulturelle, gastronomische bzw. kulinarische Angebote.

„Eine Ausstellung örtlicher Handwerker in einem leer stehenden Ladenlokal würde die Straße genauso beleben wie die Aktion ,rent a (dt.: miete ein) Regalbrett’“, umschreibt Grohé die Idee, Wände eines unvermieteten Geschäfts mit Regalen auszustatten und diese an Interessierte unterzuvermieten. Gegen einen geringen Betrag könnten diese dort ihre Produkte verkaufen – von Bildern oder selbst gemachter Marmelade bis hin zu ungeliebten Geschenken. „Der Erlös oder ein Teil davon könnte einem karitativen Zweck zu Gute kommen. Das Beste aber wäre: Dort entstünde ein Ort der Begegnung.“

Zu einem solchen hat sich offenbar auch die Mensa der Gesamtschule Horst als Sitzungsort für die Zukunftswerkstatt gemausert: „Die Ideen sind nur so gesprudelt“, hat Grohé eine klare Aufbruchstimmung bei den 25 Teilnehmern am Dienstagabend wahrgenommen, für Horst und seine Bürger etwas bewegen zu wollen.

Mut gemacht hat ihnen auch Rolf Heinrich, früher Pfarrer der evangelischen Lukas-Gemeinde Hassel und Mitinitiator der dortigen Zukunftswerkstatt, aus der das Konzept für das geplante Stadtteilzentrum hervorging. Er berichtete über Anfänge und Entwicklung des Hasseler Runden Tisches – und beschwor einen langen Atem auch in Horst.

Dass dieser zumindest bis zum nächsten Plenum-Treffen am 4. September, 18.30 Uhr, in der Gesamtschul-Mensa reichen dürfte, davon ist (nicht nur) Grohé überzeugt. „Vielleicht haben sich bis zu diesem Termin auch zwei neue Arbeitsgruppen gefunden: für die Themen Jugend und Religionsgemeinschaften.“

 
 

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