Vom Blorb zum Blobster

Von Wolfgang Laufs
Gereon Krebber und Museumsleiterin Leane Schäfer.
Gereon Krebber und Museumsleiterin Leane Schäfer.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Buer.  Er kommt leicht, geradezu schwebend daher, und doch ist der „Blobster“ schwer zu fassen. Selbst sein Schöpfer, der Bildhauer Gereon Krebber, hatte Schwierigkeiten, sein für den Goldbergplatz vorgesehenes Werk in Worte zu fassen. So sprach er auf dem Buerschen Forum am Mittwochabend im Kunstmuseum mehr als nur einmal von dem bleigrauen „Ding“ aus Aluguss, das - sackartig auf einem Querträger liegend - nach unten zu fließen scheint. Dr. Klemens Wittebur vom SPD-Ortsverein Buer-Mitte I hatte Krebber für seine Veranstaltungsreihe gewinnen können, um aus erster Hand etwas über den Künstler und sein Werk zu erfahren, das die zukünftige Kulturmeile Horster Straße schmücken soll und schon im Vorfeld für heftige Diskussionen über Kunst im öffentlichen Raum gesorgt hatte.

Dabei konnten die knapp 30 Zuhörer erfahren, dass der „Blobster“ ein alter Bekannter ist. Vor zehn Jahren hatte Krebber den „Blorb“ entworfen, eine scheinbar ähnlich fließende Masse, die sich damals ihren Weg durch die Gelsenkirchener Galerie Ferdinand-Ude suchte.

Welche künstlerische Aussage ist mit dem „Blobster“ verbunden? Welche Beziehung hat er zu dem Ort, wo er bald stehen wird? Hätte es nicht eine breitere öffentliche Beteiligung beim Auswahlverfahren geben müssen? Der Großteil des Publikums tat sich schwer, Sympathie für den „Blobster“ zu empfinden. Entschieden wies Krebber die Forderung zurück, Kunst im heutigen Verständnis müsse „identitätsstiftend“ sein: „Der Blobster steht für etwas Symbolhaftes, was noch nicht da ist.“ Durch die Doppelung vor dem Torbogen der Volksbank und die Spiegelung der Fassade werde dem Werk „ein anderer Charakter“ gegeben. Museumsleiterin Leane Schäfer sprang ihm zur Seite: „Kunst der zeitgenössischen Moderne wird vielleicht in 50, 100 Jahren ihre Qualität beweisen.“ Und warb für ein tolerantes Kunstverständnis: „Wie viel ärmer wären wir, wenn es diese Kunstwerke nicht gäbe.“ Künstler-Kollege Jürgen Buhre zeigte sich überzeugt: „Das wird eine großartige Sache.“

Die Dimensionen des „Blobsters“ lassen sich bereits in Krebbers Atelier erahnen. Dort arbeitet er an einem Modell aus Styropor, das er mit der Kettensäge bearbeitet. So sehr, dass am Ende nur weiße Krümel übrigblieben und jetzt ein neues Modell her muss. Der Schaumstoff lasse flexibles Reagieren auf Größendimensionen und Veränderungen zu, bevor der „Blobster“ endgültig Gestalt annehmen wird aus Aluminiumguss. Werkstoff und Höhe des Kunstwerks wurden aus Schutz vor Vandalismus mit Bedacht gewählt. Krebber: „Man kommt nicht dran, es geht alles runter.“