Unterschriften sollen Kahlschlag an der A2 verhindern

Ortstermin mit SPD-MdL Markus Töns: Straßen.NRW erläuterte das Fällungskonzept im Schaffrath.
Ortstermin mit SPD-MdL Markus Töns: Straßen.NRW erläuterte das Fällungskonzept im Schaffrath.
Foto: Thomas Schmidtke
  • BürgerBewegungSchaffrath informiert über geplante Baumfäll-Aktionen an der A2 im Stadtteil
  • BI befürchtet, dass gesunde Bäume aus Profit gefällt werden
  • Stadt will klären, ob Straßen.NRW einen Baum auf einem städtischen Grundstück abholzen durfte

Die BürgerBewegungSchaffrath macht mobil: Am Samstag suchte sie an einem Infostand Kontakt zu den Mitbewohnern des Stadtteils. Um ihren Kampf gegen die Rodungsvorhaben von Straßen.NRW an der A2 auf noch breitere Bürgerschultern zu verteilen.

„Zwischen den beiden Autobahnbrücken über die A2 an der Rungenbergstraße und der Giebelstraße plant Straßen.NRW einen Kahlschlag“, hatte Thorsten Garbe im Oktober von den Mitarbeitern einer von Straßen.NRW beauftragten Firma erfahren.

Biofilter muss erhalten werden

Gabe und seine Nachbarn waren entsetzt. Sie befürchten weiteren Lärm, eine höhere Feinstaubbelästigung und mehr Dreck. Zwischenzeitlich hat Straßen.NRW einen Teil der Rodungsarbeiten zwar auf 2017 verschoben, die Bürger im Schaffrath möchten den Kahlschlag allerdings nicht hinnehmen.

„Unser Anliegen ist es unter anderem, dass die gesunden Bäume entlang der Lärmschutzmauer nicht wie vom Landesbetrieb Straßen.NRW gewollt, gerodet werden“, erklärt Garbe. Die Verkehrssicherungspflicht, mit der Straßen.NRW alle ihre Rodungsarbeiten in NRW begründet, sei eine sinnvolle Pflicht, die von keinem Mitglied der Bürgerbewegung angezweifelt werde. „Das darf aber nicht dazu führen, dass gesunde Bäume aus Kostengründen oder Profit gefällt werden und somit der Biofilter, der uns alle schützt, für lange Zeit vernichtet wird“, so Garbe. „ Leider geschieht dies fast täglich in NRW “, so der Gründer der BürgerBewegungSchaffrath.

Fällungen auf städtischem Grund

Mit der Unterschriftenaktion möchte die BI „den sofortigen und nachhaltigen Stopp der Rodungsarbeiten“ erzwingen. „Die Unterschriften sollen später dem Landesverkehrsminister Michael Groschek sowie dem Landesumweltminister Johannes Remmel im Düsseldorfer Landtag übergeben werden“, sagt Garbe.

Parallel lässt die BI zur Zeit untersuchen, ob Straßen.NRW Bäume auf städtischen Grundstücken am 18. Oktober fällen durfte. Angrenzend an die Autobahn hatte die von Straßen.NRW beauftragte Firma an dem Tag einen Baum gefällt, der hinter dem Haus Wildrossstraße 131 stand. „Das Flurstück gehört der Stadt und Straßen.NRW hat keinen Antrag auf Rodung gestellt“, erläutert Gelsendienst-Sprecher Tobias Heyne. Ob der gefällte Baum wirklich auf städtischen Grund stand, will Gelsendienste heute überprüfen.

Richtlinie des Landes

Überprüft werden sollte allerdings auch, ob Straßen.NRW auf der etwa ein Kilometer langer Strecke zwischen den beiden Autobahnbrücken im Schaffrath flächendeckend, wie bereits auf der südlichen Autobahnseite geschehen, abholzen darf. In einer Richtlinie, die vom Umwelt- und Verkehrsministerium, vom LANUV sowie Landesbetrieb Forst und Straßen.NRW erarbeitet wurde, heißt es: Bei Gehölzstreifen dürften maximal 50 Meter auf den Stock gesetzt werden. Dann sollte man ein Stück stehen lassen, bis die Bäume wider angewachsen seien und ein Habitat wieder gegeben sei. Ein paar Jahre später könne man die anderen Bereiche zurücknehmen.

 

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