Überall Bären

Das Haus von Heike Hilkenbach in Erle ist das Heim vieler Bären. Große, kleine, dicke, dünne - überall sitzen sie in und auf Regalen oder gar, weil sie so groß sind, in einer eigenen Ecke im Wohnzimmer, bekleidet mit Kinderkleidung in Größe 102.

Die 50-jährige gelernte kaufmännische Angestellte ist Bärenmutter. Im Jahr 2004 nähte sie ihren ersten Plüschteddy. Da packte sie das Näh-Fieber. „Wir bei uns in der Szene sprechen vom Bären-Virus”, sagt Heike Hilkenbach und lacht. „Wenn man einmal angefangen hat, hört man nicht mehr auf. Manchmal sitze ich bis spät in die Nacht und nähe.” Zwei Jahre später fertigte sie erste eigene Entwürfe an. Seither ist jeder Bär ein Unikat. Und jeder hat einen eigenen Namen. „Ich habe ein kleines Büchlein, da schreibe ich alles auf, was an dem Bären besonders ist. Auch den Namen.” So werden Doppelungen verhindert.

Werkstatt im Partykeller

Was im ehemaligen Kinderzimmer begann, setzte sich im Partykeller fort. Der ist mittlerweile zur Bärenwerkstatt geworden. Hier hängen künftige Felle auf Ständern, und in Kisten lagern Glasaugen und Splinte für die Gelenke der Plüschtiere. Auf die Qualität legt die Erlerin besonderen Wert. „Das sind Mohair-Stoffe und welche aus Alpaca. Das ist kein günstiges Vergnügen.” Dennoch will sie andere von diesem Hobby begeistern. „Ich möchte gerne Menschen an dieses Hobby heranführen”, erklärt die Bärenmutter. „Für die Zukunft könnte ich mir vorstellen, Kurse zu geben.”

Bär Bernie lehnt leger im großen Regal in der Nähstube. Er trägt eine Hose im Schottenmuster. Auf dem haarigen Kopf dazu eine dunkle Base-Cap. Er ist nur einer von vielen Bären mit eigener Persönlichkeit. Aber Heike Hilkenbach versuchte sich auch an anderen Tieren. „Für Ostern habe ich ein paar Hasen gemacht.”

Schon immer war die Gelsenkirchenerin kreativ tätig. „Ich habe gestrickt und genäht. Und durch eine Arbeitskollegin bin ich dann zu den Bären gekommen.” Ein Hobby, ideal geeignet für lange Wintertage. „Im Schnitt kann man sagen, für einen Bären braucht man 30 bis 35 Stunden.” Und volle Konzentration. „Ich mache zuerst den Kopf. Mit Augen und mit Nase. Und wenn das Gesicht keine Ausstrahlung hat, dann mache ich gar nicht erst weiter”, lacht Heike Hilkenbach. Mit den Jahren baute sie ihr Können aus, nahm an einem Online-Workshop teil, an dessen Ende alle Teilnehmer ein Gesellenstück fertigen mussten. Bei Heike Hilkenbach war dies ein Eisbär. „Mit dem habe ich den 2. Platz gemacht.” Das bestätigt eine große, goldene Medaille um dessen Hals. Das macht den Bären aber nicht zu Hilkenbachs Liebling. „Lieb habe ich sie alle.”

 
 

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