Treppe am Bahnsteig bleibt dauerhaft dicht

Der Zugang zum Bahnhof Buer-Süd an der Horster Straße in Beckhausen sieht vernachlässigt aus.
Der Zugang zum Bahnhof Buer-Süd an der Horster Straße in Beckhausen sieht vernachlässigt aus.
Foto: Michael Korte

Gelsenkirchen-Beckhausen..  Der kurze Weg von der Albert-Schweitzer-Straße/Querstraße zum Bahnsteig des Haltepunktes Buer-Süd bleibt dauerhaft verbaut. Das bestätigt das Bundeseisenbahnvermögen (BEV), das die Schließung der Treppenanlage veranlasst hatte.

Wie berichtet, sorgen seit dem vergangenen Wochenende zwei Stahlmattenzäune dafür, dass die Abkürzung auf dieser Fußwegeverbindung nicht mehr genutzt werden kann.

Das BEV ist eine Einrichtung des Bundes, die auch für die Verwaltung und Verwendung von nicht bahnnotwendigen Liegenschaften zuständig ist. Und auf einer solchen Liegenschaft, auf der früher einmal weitere Gleisanlagen vorhanden waren, befindet sich die Treppenanlage. Deshalb stellt Uwe Sentner, beim BEV in Bonn zuständig für den Immobilienbereich, klar: „Die Treppe gehört nicht der Bahn AG, sondern dem BEV. Wir brauchen diese Treppe aber nicht.“ Nach der Aufforderung durch die Stadt ist das BEV seiner Verkehrssicherungspflicht am Wochenende durch eine schnelle Sofortmaßnahme nachgekommen: Es hat die Treppe einfach stillgelegt.

„Das ist kundenunfreundlich“

Unabhängig von den tatsächlichen Eigentumsverhältnissen ist dieses Vorgehen für Udo Gerlach, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung West, nicht nachvollziehbar. „Das ist einfach kundenunfreundlich“, ärgert er sich über Umwege, die die Anlieger der Albert-Schweitzer-Straße jetzt in Kauf nehmen müssen. Seine Fraktion wolle sich politisch dafür einsetzen, dass es zu einer Instandsetzung der Treppe komme.

Auch Frank Joneit vom Regionalverband kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. „Durch ein unattraktives Bahnhofsumfeld werden Fahrgäste davon abgehalten, die Bahn zu benutzen. Das gefährdet auf Dauer den Bestand der Bahnlinie“, ist er überzeugt. Unter seiner Mitarbeit hatte der RVR in Kooperation mit den Anrainerstädten entlang der Regionalbahn (RB) 43 im Jahr 2010 Perspektiven für den langfristigen Erhalt der Strecke entwickelt. Zur kundenorientierten Aufwertung wurde damals neben einer Erhöhung des Bahnsteigs auch eine optische Aufwertung des Umfeldes gefordert. „Ob sich dafür überhaupt noch jemand einsetzt?“, fragt sich Joneit jetzt, da die Strecke auf jeden Fall bis 2028 gesichert ist.

VRR verweist auf örtliche Partner

Auch der Verkehrsverbund wünscht sich ein attraktiveres Bahnhofsumfeld. „Nun liegt es an den örtlichen Partnern, die Anlagen und Zuwegungen für die Fahrgäste attraktiver zu machen und so mehr Fahrgäste auf die Schiene zu locken“, sagte VRR-Vorstand Martin Husmann, als 2013 die RB 43 neu ausgeschrieben wurde. Geschehen ist seitdem in Buer-Süd so gut wie nichts.

 
 

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