Stephanuskirche ist ein Kunstobjekt und Denkmaljuwel

Barbara Schmid (li.) und Christiane Klein zeigen in der Stephanuskirche Arbeiten von Inge Vahle.
Barbara Schmid (li.) und Christiane Klein zeigen in der Stephanuskirche Arbeiten von Inge Vahle.
Foto: FUNKE Foto Services
Ein Dreieck als Grundriss und Aufriss. Und mehr noch: Die Stephanuskirche ist Gotteshaus und Kunstobjekt zugleich, ist Denkmal und Zeitzeuge für Architekturgeschichte und Stadtentwicklung.

Ein Dreieck als Grundriss und Aufriss. Und mehr noch: Die Stephanuskirche an der Westerholter Straße ist Gotteshaus und Kunstobjekt zugleich, ist Denkmal und Zeitzeuge für Architekturgeschichte und Stadtentwicklung. Die Ausstellung „Inge Vahle 100 Jahre“, die am Tag des offenen Denkmals, am Sonntag, 13. September, dort eröffnet wird, lenkt den Blick auf eine Künstlerin, die die Konstruktion aus Beton, Stahl und Glas wirkmächtig ausgestaltet hat. Für Dr. Christiane Klein, die die Ausstellung betreut und das künstlerische Erbe von Inge Vahle verwaltet, steht fest: „Diese Kirche ist Kunst.“

Beispiel für Stadtentwicklung

1968 erbaut, steht die Stephanuskirche für die zu Ende gehenden Nachkriegsjahre, in denen in jeder Stadt, in fast jedem Stadtteil noch sakrale Neubauten entstanden. Und sie markiert einen wichtigen Punkt in der buerschen Stadtentwicklung: Mit der Stephanuskirche und dem Bau der beiden Gymnasien in unmittelbarer Nachbarschaft wurde die Stadterweiterung im Nordosten abgeschlossen. Zudem ist sie der letzte Kirchenbau, für den Architekt Professor Gerd Grund verantwortlich war, ergänzt Barbara Schmid von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Gelsenkirchen.

Nach Jahren der steten Expansion stecken christliche Kirchengemeinden längst in einem gegenteiligen Prozess: Die rückläufigen Mitglieder- und Kirchensteuerzahlen führen dazu, dass Kirchengebäude , wie in Horst-Süd, aufgegeben, oder, wie in Hassel, abgerissen wurden. Dieses Schicksal wird der Stephanuskirche erspart bleiben: Sie ist seit 2004 ein Denkmal. Gleichwohl läuft in der Trinitatis-Kirchengemeinde in enger Zusammenarbeit mit der Stadt ein Abstimmungsprozess über die zukünftige Nutzung des Kirchengebäudes und der gemeindeeigenen Grundstücke.

Kunsthistorische Bedeutung

Die Ausstellung ist ab Sonntag nach dem um 11.15 Uhr beginnenden Gottesdienst geöffnet. Um 12 Uhr wird Barbara Schmid die Bedeutung der Betonglasfenster erläutern, um 15.30 Uhr findet die Vernissage statt. Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Oktober zu sehen.

Christiane Klein wünscht sich, dass die kunsthistorische Bedeutung der Stephanuskirche nicht in Vergessenheit gerät: „Gelsenkirchen sollte PR-mäßig mit diesem Schatz arbeiten.“

 
 

EURE FAVORITEN