Stadt weiß nicht, wem Stromkästen auf Marktplatz gehören

Eine Galerie mit vielen Unbekannten: die Stromkästen auf dem Marktplatz in Buer.
Eine Galerie mit vielen Unbekannten: die Stromkästen auf dem Marktplatz in Buer.
Foto: Funke Foto Services
Stadt, Ele, Gelsendienste: Einige der schmuddeligen Stromkästen auf dem Bueraner Markt stellen selbst die Stadt Gelsenkirchen vor ein Rätsel.

Gelsenkirchen-Buer.. Eigentlich ist alles geregelt in diesem Land: der Krümmungsgrad der Banane oder die Feststellung, dass der Tod keinesfalls als „dauernde Berufsunfähigkeit“ zu verstehen ist.

Doch trotz des Reglementierungswahns: Auf dem Marktplatz in Buer steht eine Galerie von neun Stromkästen – die vier der Markthändler nicht mitgerechnet – von denen nur vier irgendwelchen Besitzern zugeordnet werden können.

Zunächst zu den „Beteiligten“, die die Stadt ausfindig machen konnte. An der Mauer zur Terrasse der Markthalle steht links ein neuer Stromkasten. Dieser „ist von der Deutschen Telekom im Zuge des Breitbandausbaus 2015 dort aufgestellt worden“, teilt Telekom-Sprecher André Hofmann mit. Darüber hinaus stehe im Bereich der Markthalle/Ecke Springemarkt ein älterer Kabelverzweiger von der Telekom. An der Terrassenmauer gehören der kleine mittlere und der zweite von rechts der Ele. „Im Rahmen des Konzessionsvertrages sind wir berechtigt, Kästen im öffentlichen Raum aufzustellen“, sagt Ele-Sprecher Peter Efing. Mit der Reinigung hingegen habe die Ele nichts zu tun.

Platz gehört der Stadt

„Wir wissen nicht, wem die restlichen Kästen gehören“, erklärt Stadtsprecher Martin Schulmann. Obwohl der Marktplatz der Stadt gehört. Gelsendienste, die für die Reinigung des Marktes zuständig sind, haben keine Ahnung und Siegbert Panteleit, der sich im Auftrag von Gelsendiensten um den Markt kümmert, hat keine Antwort parat.

Er weiß hingegen, dass die ebenfalls ungepflegten und dreckigen vier Kästen, die die Markthändler nutzen, eigentlich schon lange durch versenkbare hätten ausgetauscht werden sollen.

Gericht muss Streit klären

Das Problem dabei: Die BMG, die Buer Management GmbH, die 2005 den Umbau des Marktplatzes finanziert hat, liegt im Rechtsstreit mit dem Architekten der Markthalle. Erläutert der Sprecher der BMG, Siegbert Panteleit. „Die BMG hat sich verpflichtet, diese Kästen zu erneuern“, so Panteleit. Aber solange der Rechtsstreit andauere, bleibe das Provisorium bestehen.

Der Stadt ist zwischenzeitlich klar, dass die ungepflegten und scheinbar besitzlosen Kästen nicht zur Verschönerung des Stadtbildes rund um den Marktplatz beitragen. „Alle Beteiligten, zumindest die, die wir erwischt haben, sind bereit, etwas dagegen zu tun“, verspricht Martin Schulmann.

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