Sanierung Flurstraße: Stadt soll weiter verhandeln

Christiane Rautenberg
Soll saniert werden: die Flurstraße, deren Fahrbahn völlig marode ist.
Soll saniert werden: die Flurstraße, deren Fahrbahn völlig marode ist.
Foto: Funke Foto Services
Mit einer abgespeckten Variante zur Sanierung der Flurstraße in Beckhausen findet sich die Bezirksvertretung West nicht ab: Sie forderte die Verwaltung einstimmig auf, in Sachen Grundstücksankauf weiter zu verhandeln.

Gelsenkirchen-Beckhausen.  Zwei Schritte vor, einer zurück: Ein großer Wurf sollte sie werden, die Planung zur Sanierung der Flurstraße in Sutum, Schutzstreifen für Radfahrer inklusive. Schon seit Jahren von der Bezirksvertretung West (BV) angemahnt, geriet sie ins Stocken, weil sich die Gespräche mit Grundstückseigentümern über einen Flächen-Ankauf als schwierig erwiesen. Mit der kleinen Lösung – Erneuerung nur der dringend sanierungsbedürftigen Bereiche – mochte sich die BV gestern aber nicht zufrieden geben.

Die Verwaltung soll, so der einstimmige Beschluss, nachsitzen und die Verhandlungsbereitschaft der Eigentümer noch einmal ausloten – darunter nach WAZ-Informationen auch der Landwirt, dem die Stadt 2003 verboten hatte, seine Wiesen als Parkplatz für Autos von S04-Fans zu nutzen.

Warum genau es bei den Gesprächen zwischen Stadt und Grundstücksbesitzern hakte, mochte Jan Raatz vom Referat Verkehr auf Nachfrage der Bezirksverordneten aus Datenschutzgründen nicht sagen. „Wir kamen zu dem Ergebnis, dass es keine Verhandlungsbasis gab“, so seine Auskunft. Aber SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Gerlach wusste nach einem Ortstermin in Sutum zu berichten, der Landwirt wolle „nicht als Buhmann dastehen“ und sei nach wie vor verhandlungsbereit.

Zusammenhang mit Parkplatzstreit

Im WAZ-Interview hatte der Bauer, der anonym bleiben möchte, gestern erklärt, die Verwaltung habe sich seit Januar 2015 nicht mehr bei ihm gemeldet. Damals habe sie ihm zugesichert, seine Liste mit Bedingungen für den Grundstücksverkauf zu prüfen. Konkreter wollte er nicht werden, räumte aber ein, dass es einen Zusammenhang zu der Ordnungsverfügung gebe, wonach die (gewerbliche) Nutzung der Wiesen im Landschaftsschutzgebiet – für ihn eine wichtige Einkommensquelle – illegal sei. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte dies 2009 bestätigt.

Abkopplung von der Entwässerung

„Da die Sanierung der Flurstraße ohnehin für 2017 vorgesehen ist, haben wir Zeit für Verhandlungen“, beharrte CDU-Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Berghorn auf der großen Lösung dieser, so Gerlach, „einzigen Ost-West-Verbindung“. Demnach soll die Flurstraße von der Ekhof- bis zur Theodor-Otte-Straße so umgebaut werden, dass auf der dann 7,50 Meter breiten Fahrbahn beidseitig noch 1,50 Meter breite Rad-Schutzstreifen möglich sind; zusätzlich sind ein 2,50 Meter breiter Gehweg und im Bereich der Häuser zwei Meter breite Parkstreifen geplant, dazu zwei Querungshilfen für Fußänger: südlich der Einmündung Thedor-Otte-Straße und an der Kreuzung Harpen-/Krähenbrinkstraße. Vorgesehen ist auch die Abkopplung von der Entwässerung.

Im Falle einer kleinen Lösung auf den Lückenschluss im Rad-Routennetz zu verzichten, „ist schon eine dicke Kröte, die ich ungern schlucken will“, betonte Mirco Kranefeld (Bündnis-Grüne). Derweil stellte Gerlach klar, der SPD sei es bei dem Beschluss weniger um die Rad-Schutzstreifen, sondern vielmehr um die Sanierung der maroden Fahrbahn gegangen.