Raser machen in Gelsenkirchen den Anliegern Angst

Angelika Wölke
Unfallschwerpunkt Polsumer Straße? Grünen-Politiker Karl Henke bittet die Verwaltung um Aufklärung.
Unfallschwerpunkt Polsumer Straße? Grünen-Politiker Karl Henke bittet die Verwaltung um Aufklärung.
Foto: Karl Henke
Polsumer Straße in Hassel und Beckeradsdelle in Buer: Politiker und Anwohner machen mobil. Sie sorgen sich um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer auf den beiden Straßen.

Sorgen um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer machen sich Karl Henke und Knut Hesse. Der Grünen-Politiker in der Bezirksvertretung Nord, Karl Henke, moniert, dass „die Polsumer Straße in den letzten Monaten durch Unfälle (einer mit tödlichen Folgen für einen Motorradfahrer) und durch Straßenrennen von Autofahrern“ auffalle.

Er bittet daher um einen Bericht des städtischen Verkehrsreferates in der Bezirksvertretung. „Wir haben bei unseren Messungen an der Polsumer Straße nur verschwindend geringe Verstöße festgestellt“, sagt Polizeisprecher Torsten Sziesze. 85 bis 90 Prozent der Verkehrsteilnehmer würden sich an die Geschwindigkeitsvorgaben halten. Von einer Rennstrecke könne keine Rede sein.

Der verunglückte Motorradfahrer sei auch nicht zu schnell unterwegs gewesen. „Ein Aufmerksamkeitsdefizit“, so Sziesze, habe zu dem tragischen Unfall geführt.

Schreiben an diverse Politiker

Szenenwechsel: In diversen Schreiben an den SPD-Bundestagsabgeordneten Joachim Poss sowie an Oberbürgermeister Frank Baranowski hatte sich Knut Hesse beklagt: „Wir haben Angst um unsere vierjährige Tochter, sobald sich diese in die Nähe der Beckeradsdelle begibt.“ Immer wieder habe Hesse im Bereich der Häuser 106 bis 110 rasende Autofahrer beobachten müssen. Trotz der Straßenbebauungen „haben wir bereits mehrere Fahrzeuge hier vor der Tür gehabt, die entweder mit der Straßenlaterne kollidiert sind oder sich einen Reifen an der Bebauung aufgerissen haben“, so Hesse.

„Aufgrund Ihrer aktuellen Zuschrift hat das Referat Verkehr eine Messung - vor der Hausnummer 106 - durchgeführt. Dabei hat das Messergebnis ergeben, dass 75 Prozent aller Verkehrsteilnehmer die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern nicht eingehalten haben“, antwortet Oberbürgermeister Baranowski. Passiert ist aber nichts. Man sehe einen „Anlass zur Neubeurteilung der Gefahrensituation“, schrieb Baranowski.

30er Zonen im Blick

Auch bei der Polizei sieht man keinen Handlungsbedarf. Die Polizei habe den Bereich – wie alle 30er Zonen – im Blick, versichert Sziesze. Allerdings sagt er auch: „Wir können nicht 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche messen.“ Wichtig sei vor allem, Autofahrer für die Gefahren der Raserei zu sensibilisieren. Das sei aber nicht immer einfach, so der Polizeisprecher.