Projekt „Vielfalt fördern“ macht Lehrer fit für Lern-Typen

Sind stolz auf das neue Aushängeschild „Vielfalt fördern“: Gabriele Ulbrich, Leiterin der Sekundarschule Hassel, und ihr Stellvertreter Ralph Schlumberg.
Sind stolz auf das neue Aushängeschild „Vielfalt fördern“: Gabriele Ulbrich, Leiterin der Sekundarschule Hassel, und ihr Stellvertreter Ralph Schlumberg.
Foto: WAZ FotoPool
Jedes Kind lernt anders. Dieser Erkenntnis trägt das Pilotprojekt „Vielfalt fördern“ von Schulministerium und Bertelsmann-Stiftung zugrunde, an dem sich die Sekundarschule Hassel und die Gesamtschule Buer-Mitte jetzt als erste Schulen der Stadt beteiligen.

Gelsenkirchen-Hassel..  Jedes Kind lernt anders. Was liegt da näher, als die Unterrichtshäppchen entsprechend unterschiedlich zu servieren? Einen (weiteren) Schritt in diese Richtung unternehmen jetzt die Sekundarschule Hassel und die Gesamtschule Buer-Mitte: Sie beteiligen sich an dem vom NRW-Schulministerium und der Bertelsmann-Stiftung initiierten Lehrerfortbildungsprogramm „Vielfalt fördern“, das den Unterricht aller Lehrer weiterentwickeln soll – mit dem Schwerpunkt individuelle Förderung.

„Einige Kinder brauchen zum leichteren Lernen eine Grafik, andere eine Tabelle, wieder anderen reicht das Zuhören“, macht Gerd Seifert, mit Almut Jermann Moderator des Kompetenzteams Gelsenkirchen beim Schulamt, die Notwendigkeit einer solchen Lehrerfortbildung deutlich. Die freilich ist durchaus anspruchsvoll: In einem Zeitraum von zwei Jahren durchlaufen etwa alle derzeit 18 Sekundarschul-Lehrer die vier Module Teamentwicklung im Kollegium, Diagnostik und – im Bereich Didaktik – Lernen und Lehren sowie Potenziale fördern und kompetenzorientiert unterrichten.

Lehrer-Teams statt Einzelkämpfer

„Pro Halbjahr sind 2,5 Tage Fortbildung für jeden Lehrer vorgesehen, dazu kommen noch die praktischen Einheiten, weil die Kollegen ja jeweils im Unterricht der anderen hospitieren“, erläutert Schulleiterin Gabriele Ulbrich das Programm. Dabei werde Teamarbeit besonders groß geschrieben, gehe es doch darum, in Kooperation miteinander Unterrichtsmodule unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zu entwickeln, die den verschiedenen Schülerpersönlichkeiten Rechnung tragen. Kurz: Der Lehrer als Einzelkämpfer soll bald der Vergangenheit angehören, die Zukunft gehört den Lehrerteams, die ihre Erfahrungen, Konzepte, Methoden und Inhalte austauschen. „Anfangs ist diese neue Form der Unterrichtsentwicklung sicher recht zeitintensiv, später aber wird sie von den Lehrern als sehr entlastend empfunden“, so die Schulleiterin.

EURE FAVORITEN