Praktische Hilfe ist gefragt im Help-Laden in Buer

Der Help-Laden in der Apostelkirche ist Anlaufstelle für Flüchtlinge. Hier versuchen Mitarbeiter wie Bärbel Orlowski (vorne links) unkompliziert und schnell zu helfen.
Der Help-Laden in der Apostelkirche ist Anlaufstelle für Flüchtlinge. Hier versuchen Mitarbeiter wie Bärbel Orlowski (vorne links) unkompliziert und schnell zu helfen.
Foto: Funke Foto Services

In der Not unbürokratisch helfen, das haben sich ehrenamtlichen Mitarbeiter des Help-Ladens in der Apostelkirche auf die Fahnen geschrieben. Im November nahmen sie ihre Arbeit auf. Heute läuft alles und die Ehrenamtlichen können von ersten Erfahrungen berichten.

Inspiriert wurden die Initiatoren vom Ökumenischen Arbeitskreis in Witten. „Da haben wir den Help-Kiosk besucht“, so Peter Noss, Pfarrer in Trinitatis. Das Wittener Projekt diente als Beispiel für die buersche Initiative. „Wir kamen dann darauf, das Angebot im Eine-Welt-Laden zu realisieren. Der Platz ist relativ beengt, aber als Anfangspunkt war das der richtige Weg.“ Heute sei der Laden ein Selbstläufer. „Die Mitarbeiter vor Ort sind kompetent und wuppen das ohne die Unterstützung der Hauptamtlichen.“

Kochtöpfe und Möbelstücke

Aber was haben sie in den vergangenen drei Monaten „gewuppt“? „Es kommen Flüchtlinge, die um Hilfe bitten, zum Beispiel bei der Wohnungseinrichtung. Da werden dann Kochtöpfe gebraucht oder Möbel“, erzählt Bärbel Orlowski, die mit ihrem Mann die Mittwochs-Schicht betreut.

Dabei geht es in den meisten Fällen darum, Hilfebedürftige und Helfer zusammen zu bringen. So stehen ehrenamtliche Mitarbeiter bereit, Flüchtlinge bei Behördengängen zu begleiten oder bei Arztbesuchen, bei der Wohnungssuche zu helfen oder eben beim Zusammenstellen der Einrichtung. Das Geld nämlich, das die Asylbewerber hierfür bekommen, reiche nicht aus, meinen die Helfer, die dann Spenden vermitteln oder an Sozialkaufhäuser vermitteln. „Wenn es schnell gehen muss, geht aber auch jemand von uns mit“, so Bärbel Orlowski.

Selbstgestrickte Mützen

„Meine erste Erfahrung im Help-Laden war die Begegnung mit einer Frau, die ihre Hilfe anbot in Form von Strickwaren. Sie strickte in der kalten Zeit Mützen, die wir verteilen konnten. Das war hochwillkommen“, erzählt Henrik Spiekermann. Für ihn ist es selbstverständlich, zu helfen. „Es ist eine normale Geste. Wenn ich sehe, da ist Hilfe erforderlich, ja, dann mache ich das.“

So sieht es auch Ulrike Muntenbeck-Tullney: „Es ist eine Motivation zu sagen, wir helfen gemeinsam.“ Zu viel Kommunikation mit den hilfebedürftigen Menschen komme es nämlich nicht. „Dafür sind die Sprachbarrieren noch zu groß“, sagt die ehrenamtliche Helferin, die nebenbei auch Deutschunterricht gibt.

Umso wichtiger sei ja die Hilfestellung, die der Help-Laden jetzt bietet. „Der Übergang in die eigene Wohnung ist für die Menschen schwierig. Dazu kommt viel Bürokratie, das Ausfüllen von Formularen, die manch Einheimscher nur mit Schwierigkeiten bearbeiten kann.“

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