Polizei sorgt für entspanntes Radeln auf Durchgangsstraße in Buer

Freie Fahrt für Radfahrer auf der De-la-Chevallerie-Straße: Gleich zweimal fuhren die Demonstranten den Parcours von der Freiheit bis zum Polizeipräsidium und wieder zurück ab.
Freie Fahrt für Radfahrer auf der De-la-Chevallerie-Straße: Gleich zweimal fuhren die Demonstranten den Parcours von der Freiheit bis zum Polizeipräsidium und wieder zurück ab.
Foto: FUNKE FotoServices
  • Breiter Radweg statt Schutzstreifen auf der Chevallerie-Straße
  • Mit dieser Forderung steht Volker Czimmeck in Buer nicht allein da
  • Über 60 Teilnehmer demonstrierten für mehr Radfahrersicherheit

Gelsenkirchen-Buer.  Autofahrer, die auf die Schnelle die Innenstadt durchqueren wollten, mussten auf die Bremse treten: Ein Tross von über 60 Fahrradfahrern hatte die De-la-Chevallerie-Straße für sich erobert, um deutlich zu machen, dass Volker Czimmeck in Buer kein Einzelkämpfer ist für die Idee von einem geschützten Radweg auf der viel befahrenen Durchgangsstraße.

Einmal Präsidium und zurück

Von der Domplatte bis zum Polizeipräsidium und wieder zurück: Gleich zweimal waren die Radfahrer, vom Schüler bis zum Rentner, zum Demo-Parcours angetreten. „Es war einfach herrlich“, stellt Christa Schmidt nach der ersten Runde fest. Sie kennt den Vergleich: Im Alltag ist die Radfahrerin oft genug auch auf der Kurt-Schumacher-Straße unterwegs bis nach Gelsenkirchen: „Die Radwege sind doch in allen Städten hier eine Katastrophe.“ Deshalb sei es richtig, dass sich Czimmeck nicht mit einem 1,50 Meter breiten Schutzstreifen zufrieden gibt, sondern für die De-la-Chevallerie-Straße einen zwei Meter breiten Radweg (Verkehrszeichen 237) fordert.

„1,50 Meter Breite: Das kann einfach nicht funktionieren“, argumentiert er auf der Domplatte. Ein Meter Schutzabstand von der Bordsteinkante plus Lenkerbreite von 70 Zentimetern, dazu eine unklare Verkehrslage für Autofahrer, die auf einer überbreiten Fahrbahn zweispurig versetzt fahren sollen: Das mache die Durchquerung Buers für Radfahrer nicht leichter. Und Notarzt Peter Lange ergänzt: „Von der Kurt-Schumacher-Straße zur Post zu fahren, das ist doch Überlebenstraining.“ Deshalb sei es wichtig, planerische Lösungen zu finden, die allen Verkehrsteilnehmern ein besseres Miteinander ermöglichen.

Gesprächsstoff für Parteien

„Die Leute, die eine weiße Weste haben, können sich schon aufstellen“, fordert Czimmeck die Teilnehmer der Demonstration auf „Rad/t“, „für Buer“ und „Tempo 30“ lautet die Losung, die die Demonstranten auf dem Rücken tragen. Los geht’s - und kurze Zeit später ist die Gruppe auch schon wieder zurück. „Das war richtig angenehm“, lautet das Fazit von Jörg Heyda, „weil die Polizei mit dabei war.“ Für Radfahrer, die sich an die Regeln der Straßenverkehrsordnung halten, eine ganz neue Erfahrung: Sie durften die Ampeln ausnahmsweise bei Rot passieren.

Volker Czimmeck freut sich über die große Beteiligung: „Vielleicht haben wir ja Bewegung in die Diskussion und die Parteien gebracht.“ Immerhin: Karl Henke (Grüne) hatte dafür extra den pünktlichen Beginn einer Parteiveranstaltung verstreichen lassen und Sascha Kurth (CDU) suchte das Gespräch mit Czimmeck am Rande der Veranstaltung.

 
 

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