Patenschaft für einen Stolperstein

Die Schülervertretung der GS Horst übernimmt Patenschaft für einen Stolperstein. Andreas Jordan informierte die Schüler über das Projekt.
Die Schülervertretung der GS Horst übernimmt Patenschaft für einen Stolperstein. Andreas Jordan informierte die Schüler über das Projekt.
Foto: WAZ FotoPool
Gelsenkirchen-Horst.Die Schülervertretung der Gesamtschule Horst trägt die Kostenin Höhe von 120 Euro und gedenkt der Holocaustopfer

Schüler der Gesamtschule Horst versammeln sich im Raum zur Sitzung der Schülervertretung. Wichtigster Programmpunkt heute: Patenschaft für einen Stein. Unter ihnen sitzt Andreas Jordan, Vorsitzender des Vereins Gelsenzentrum e.V., er klärt die Schüler über ein Projekt auf, für das die Schülervertretung bereit ist 120 Euro zu zahlen. Die Patenschaft für einen Stolperstein, um Holocaustopfern zu gedenken.

Das jüdische Ehepaar David und Isabella Berghausen lebte lange Zeit in Horst, auf der Essener Straße 79 und später im Haus Nummer 76. Unter dem Regime der Nationalsozialisten erlebten sie schlimmste Formen menschlicher Diskriminierung und Misshandlung. Am 27. Januar 1942 wurden sie vom Judensammellager am Wildenbruchplatz zum Ghetto Riga abtransportiert und im Alter von 66 Jahren hingerichtet.

„Es ist wichtig, Geschichte lebendig zu halten, wir müssen wissen, was damals mit den Menschen passiert ist“, erklärt Schulsprecherin Güllü Develi. Sie und ihre Schulkollegen wollen mit einem Stolperstein ein Zeichen gegen Rassismus setzen.

An der Gesamtschule Horst behandeln Schüler das Thema auf unterschiedlichste Weise, eine Ausstellung der Oberstufe oder eine geplante Fahrt nach Ausschwitz im März. Doch das aktuellste Projekt der Schülervertretung ist der Stolperstein. „Die Schüler sind auf die Steine aufmerksam geworden und wollten selbst eine Patenschaft übernehmen“, erklärt Lehrerin und didaktische Leiterin der Schule Anke Käding. Sie schloss den Kontakt zu dem Verein Gelsenzentrum und brachte das Projekt der Patenschaft ins Rollen.

Pate werden heißt, sich mit der Geschichte des Opfers auseinander zu setzen, eine Zeremonie zu organisieren und den Gedenkstein zu finanzieren. Diese Aufgaben wollen die Schüler in Erinnerung an das Ehepaar Berghausen übernehmen und einen Stolperstein auf der Essener Straße 76 einlassen.

Dazu nutzen sie ihr Jahresbudget, veranstalten Partys oder verkaufen gar Rosen am Valentinstag. 120 Euro müssen sie zusammenkratzen, um den Stein zu finanzieren. „Es ist eine Herausforderung an uns junge Leute bei so einem Projekt mitzuwirken“, findet die Schülersprecherin.

Projektleiter Andreas Jordan freut sich über die Initiative: „Sie geben den Weg vor, ich würde mir wünschen, dass noch mehr junge Menschen und Schulen an dem Projekt Interesse hätten.“ In Gelsenkirchen finden sich bereits 60 Steine. Der Stolperstein der Schülervertretung soll voraussichtlich am 29. April verlegt werden. Bis dahin heißt es für die Schüler weiter planen und Geld einsammeln.

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