Oldtimer in der Hugo-Kaue

Peter Marnitz
Autohändler Ralf Turowski  (re.) hat das Hugo-Kauengelände am Brößweg übernommen. Klaus Herzmanatus hat früher dort seinen Arbeitsplatz gehabt.
Autohändler Ralf Turowski (re.) hat das Hugo-Kauengelände am Brößweg übernommen. Klaus Herzmanatus hat früher dort seinen Arbeitsplatz gehabt.
Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen-Buer.  Ungebetene Gäste haben mehr als zehn Jahre ihrer Zerstörungswut freien Lauf gelassen. So sieht das Verwaltungs- und Kauengebäude der ehemaligen Zeche Hugo am Brößweg alles andere als einladend aus. Zerstörte Scheiben, demolierte Einrichtungen - eher ein Fall für den Abbruchbagger.

Doch seit einigen Wochen tut sich etwas rund um die weitläufige Stahl-Backstein-Konstruktion in Sichtweite von Schacht 2. Ein massiver Zaun umschließt das Gelände, Gebüsch und Sträucher wurden gerodet und in einem kleinen Teil des Komplexes leuchten wieder einige Lampen. Verantwortlich für diese Entwicklung ist Ralf Turowski, der neue Eigentümer des riesigen Baukomplexes. Es bedurfte langer Verhandlungen und noch längerer Überlegungen, bevor der Spross einer Bergmannsfamilie, der quasi in unmittelbarer Nachbarschaft ein Hyundai-Autohaus betreibt, die Unterschrift unter den Kaufvertrag setzte. „Wissen Sie wirklich, was Sie da tun?“ fragten noch die Vertragspartner von RAG Immobilien vor dem Abschluss, erinnert sich Turowski beim Rundgang durch das Baudenkmal, das die Hugo-Bergleute im Jahr 2000 besenrein verließen.

„Ja, ich weiß, was ich tue. Alles wird langsam geschehen und auf jeden Fall im finanziellen Rahmen bleiben. Das ist bestimmt kein Traum, mit dem ich mich ruinieren will“, erklärt der neue Eigentümer und betont seine Bodenständigkeit. Aber was will nun ein Autohändler und als Mitglied des Fördervereins Hugo Schacht 2 bekennender Freund der Bergbaugeschichte, mit einem solchen Komplex der immerhin rund 20 000 Quadratmetern Nutzfläche hat?

„Erst einmal werden wir kurzfristig einige Räume als Lagerflächen nutzen, denn unser Betrieb hat einfach zu wenig Platz“, erklärt Turowski seine ersten eher bescheidenen Pläne. Aber der Auto-Fan hat auch eine langfristige Vision: „Es gibt in der Region sehr viele Oldtimer-Freunde die händeringend geeignete Unterstellmöglichkeiten für ihre Wagen suchen. Denen will ich langfristig entsprechende Möglichkeiten bieten. Dazu kann ich mir auch vorstellen, dass entsprechende Restauratoren oder Clubs hier eine neue Heimat finden. Darüber hinaus bin ich auch schon von einigen Freiberuflern angesprochen worden, ob ich nicht wüsste, wo es Platz für kleine Büros oder Studios gibt. Platz dafür ist hier nun wirklich genug.“

Bei der Restaurierung des 1947 vom renommierten Architekten Fritz Schupp entworfenen Gebäudes will sich Turowski aber Zeit lassen: „Erst einmal wird das Ganze gesichert, dann gehen wir Schritt für Schritt vor.“