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BP-Norderweiterung

Norderweiterung auf dem Weg

01.06.2012 | 10:26 Uhr
Norderweiterung auf dem Weg
Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen-Buer/Scholven. Nein, den Vorwurf, dass, wie oft befürchtet, das Bauleitverfahren für die Norderweiterung des Scholvener BP-Standortes trotz alarmierender Benzol-Werte einfach durch die politischen Gremien gepeitscht wird, kann man der Bezirksvertretung Nord bestimmt nicht machen. Auch wenn der Antrag der Grünen, die B-Pläne ein drittes Mal offen zu legen, scheiterte, machten es sich die Bezirkspolitiker nicht leicht.

Zwei Stunden kämpften sich die ehrenamtlichen Volksvertreter durch ein Thema, das auch für Chemiker, Physiker und Juristen kein einfaches Feld ist. Sachverstand war gefragt – und der drängte sich auch gleich in Mannschaftsstärke im Sitzungssaal Cottbus des Rathauses.

Vertreter der Bezirksregierung, der Stadtverwaltung und von BP versuchten Licht in das Dunkel rund um Benzol-Messungen, Raffinerie-Prozesse und die planungsrechtlichen Folgen zu bringen. Mit am Tisch saß auch der Scholvener Bürgerinitiativen-Sprecher Manfred Schumacher.

Zentrale Fragen waren für alle Beteiligten: Warum wurden im Nahbereich der Raffinerie nicht nur im letzten Jahr, sondern jetzt auch wieder im April Benzolwerte gemessen, die den Grenzwert um rund 10 Prozent überschritten? Was macht BP dagegen? Welche Auswirkungen haben diese Verstöße gegen Umwelt-Auflagen auf das Verfahren zur Norderweiterung?

Sowohl für die BP-Vertreter, als auch für die Beamten der Bezirksregierung Münster kam die aktuelle Grenzwert-Überschreitung überraschend: „Wir dachten eigentlich, wir haben das Problem im Griff.“ Während man im letzten Jahr Erdarbeiten auf dem Raffinerie-Gelände als Auslöser für die Grenzwert-Überschreitungen feststellte, darin waren sich BP und die Regierungsbehörde einig, war die Ursachenforschung im April wesentlich schwieriger.

Grob gesagt, so erklärte es der BP-Experte, kam es bei der Benzol-Suche im April letztendlich auf den richtigen Riecher an. Ausgangspunkt der Grenzwert-Überschreitungen sei die Floating-Anlage gewesen. In diesem Betriebsteil, der in der Nähe der alarmierenden Messstelle liegt, wird das Rohöl „gewaschen“ und von Salzanteilen gereinigt. Eine neue Ölsorte und eine Betriebsstörung beim Floating-Prozess sorgten, so der BP-Sprecher, für die ungewöhnlich hohen Benzol-Werte: „Und das konnte man in der Nähe der Anlage auch tatsächlich riechen. Es stank!“ Durch Änderungen an der Anlage, wie eine Abdeckung und Luftfilter, will man das Problem nachhaltig in den Griff bekommen.

Nach den Naturwissenschaftlern schlug die Stunde der Verwaltungsjuristen. Die entsprechenden Experten von Stadt und Bezirksregierung erklärten, dass die Benzol-Vorfälle nichts an dem Bauleitverfahren änderten – und so auch keine erneute Beteiligung der Bevölkerung nötig sei. Schließlich ändere sich an dem eigentlichen Plan nichts, nur bei der Begründung des Verfahrens müsse man das Thema Benzol sorgfältig einarbeiten. So wurde der entsprechende Grünen-Antrag, mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.

Peter Marnitz


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