Noch immer jung

Kira Schmidt
Foto: Heinrich Jung
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Zum seinem 100. Geburtstag veranstaltete der Kirchenchor St. Michael ein Festkonzert. Es kamen nicht nur zahlreiche Gäste, sondern auch musikalische Mitstreiter, um zu gratulieren.

Die Kirche St. Michael im Herzen von Hassel gibt es noch keine hundert Jahre. Den dazugehörigen Kirchenchor aber schon. Und das war am Freitag Anlass für ein Festkonzert zum Jubiläum des Chores, dem man sein Alter so ganz und gar nicht anmerkte.

Schwungvoll und leicht gestaltete der Chor das Konzert, zu dem er sich mit dem Chor der Lukas-gemeinde, den Lukas-Horns und dem evangelischen Posaunenkreis Recklinghausen einige musikalische Gäste geladen hatte. Und auch wenn der Kirchenchor St. Michael hauptsächlich geistliche Literatur bearbeitet, am Freitagabend mischten sich auch weltliche Titel unter das Programm. „Bei einem solchen Konzert gönnen wir uns das mal“, lachte Chorleiterin Regina Naglav.

Die Begrüßung der Gäste übernahm Pastor Karl Hüttermann, der selbst in Feierlaune war, begeht er doch in diesen Tagen auch noch sein 45-jähriges Priesterjubiläum. Er verwies auf die kuriose Geschichte des Chores, der im Jahr 1911 zu Weihnachten Premiere feierte, jedoch weitere sechs Jahre auf sein gleichnamiges Gotteshaus warten musste.

Nach einem instrumentalen Intro, die Blechbläser spielten „King Of The Road“ von Roger Miller, starteten die Chöre, die an diesem Abend gemeinsam sangen, mit „Spürst du es in die?“ ins Programm. Fast ein romantischer Titel, den die Sänger souverän vortrugen und bei dem vor allem die Damen dominierten. Der besondere Hall in der Kirche unterstrich dabei den Charakter des Stückes.

Ein Höhepunkt des Konzertes folgte gleich darauf. Alle Akteure interpretierten den Klassiker der modernen Kirchenmusik, „Danke für diesen guten Abend“. Die Bläser, die den Auftakt machten, verwandelten das Lied in eine flotte Brass-Nummer, in die beide Chöre und auch die Gäste einfielen.

Besonders war auch die Liedauswahl in der Mitte der Konzertes: Da sangen die Chöre, nur vom Piano begleitet, „Good Morning Starshine“ aus dem Musical „Hair“, welches tatsächlich selten den Weg in ein Gotteshaus findet. Doch der Kirchenchor St. Michael bewies hier nicht nur gesangliches Können, sondern auch, dass ein Chor mit einhundertjähriger Tradition noch lange nicht zum alten Eisen gehört.