Neustart mit Super-Talenten

Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool
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Gelsenkirchen-Buer. Das Ziel „Belebung der Markthalle“ ist bekannt - allein der Weg ist nicht so recht ausgeschildert. Nachdem Rüdiger Müller, „Vater“ der einstigen Bochumer Kult-Diskothek „Tarm Center“, im Sommer das zentrale Management des Gastronomie- und Eventtempels übernommen hat, hoffen er und seine Frau Kerstin, dass ihr „Buer Carree“ in die richtige Richtung weist. Mitte November soll der vierteilige Gastronomie-Bereich im Erdgeschoss eröffnet werden.

Doch bereits vor dem Stichtag 12. November „trainiert“ das Paar mit seinen Servicekräften, wie Rüdiger Müller (62) es formuliert. Denn der „Show-Room“ im hinteren Teil der Markthalle ist schon seit einigen Wochen in Betrieb: Schlichte, lilafarbene Ledersessel auf dunklem Boden in Holz-Optik, gruppiert um Bierfässer, sollen sowohl jüngeres als auch älteres Publikum ansprechen.

„Das Besondere ist, dass die Sessel ohne viel Aufwand beiseite geschoben werden können, um den Bereich als Tanzfläche zu nutzen“, sagt Kerstin Müller (46), als Betriebsleiterin der Gastronomie-Betriebs- und Beteiligungsgesellschaft verantwortlich für die neuen Markthallen-Lokale „Show-Room“, „Affairs“, „Studio“ und „Minibar“. Geschäftsführerin der Gesellschaft ist ihre Mutter Karin Haack.

Vielleicht kribbelt es einigen Gästen ja schon am Samstag, 22. Oktober, ab 11.30 Uhr in den Tanzbeinen, wenn das „Buer Carree“ im „Showroom“ den „Bueraner Treff“ startet, der sich künftig samstagvormittags während des Marktbetriebs etablieren soll. „Wir spielen Musik für alle Generationen. Ob Schlager oder Charts, entscheidet sich je nach Vorlieben und Alter des Publikums“, so Kerstin Müller.

Genau von diesem relativ offenen Konzept der „gepflegten Unterhaltung für jedes Alter“ erhofft sich das Wittener Paar deutlich mehr Zulauf für die Markthalle, „die unter der Woche schon recht leer ist“, so die Betriebsleiterin. Live-Konzerte wie das der Liquid Assets und der Dublinskis am Freitag, 18. November, 19 Uhr, sollen das ändern.

Mindestens ebenso viel verspricht sich das Paar von dem öffentlichen Casting „Buer-Carree sucht das Super-Talent“, das ab Freitag, 25. November, 21 Uhr, zur festen Freitags-Größe avancieren soll. „Wenn 15 Millionen Zuschauer Dieter Bohlens Sendung verfolgen, kann das Konzept nicht so falsch sein“, meint Kerstin Müller.

„Intellektuellerer Unterhaltung“ sind die Müllers zwar nicht abgeneigt, haben aber große Zweifel, ob diese entsprechende Resonanz, sprich: Umsatz bringt. „Als wir Anfang Oktober zwei klassische Geiger engagierten, haben wir nur Verlust gemacht. Die Gäste hat das nicht interessiert“, berichtet Müller enttäuscht.

So sollen es also die Super-Talente richten - und besondere Gastronomie-Spielarten: Das „Affairs“ in hinteren rechten Bereich der Markthalle (früher „Caffé Milano“) kommt fast wie ein Wohnzimmer daher - mit weißem Übereck-Sofa auf dunkelbraunem Podest und gedämpfter Beleuchtung. Das multifunktionale „Studio“ - die Eröffnung ist am 26. September, 21 Uhr, geplant - soll mit seinen großen TV-Bildschirmen und dezenten Lichteffekten Konzert-Fans „über 20“ anlocken. Demgegenüber bietet die „Minibar“ im hinteren Teil Getränke an der Theke.