Neuer Besitzer für die Markthalle in Gelsenkirchen-Buer

Angelika Wölke
Der offene Charakter der Markthalle soll verstärkt werden – unter anderem durch größere Fenster.
Der offene Charakter der Markthalle soll verstärkt werden – unter anderem durch größere Fenster.
Foto: WAZ FotoPool
Der Bueraner Unternehmer Thomas Bernau hat Freitagabend den Kaufvertrag für die Markthalle in gelsenkirchen-Buer unterschrieben. Er möchte sie wieder zu dem machen, was sie einst war. Ein Szene-Treff und Publikums-Magnet.

Sie wirkt schon ein wenig trotzig. Die expressionistisch anmutende Backsteinfassade signalisiert so etwas wie Trutzburg. Denn in den letzten Jahren flüchteten Pächter und Kunden gleichermaßen aus der Markthalle.

Das soll sich jetzt ändern: Der Bueraner Unternehmer Thomas Bernau hat Freitagabend den Kaufvertrag für die Halle unterschrieben. Und möchte sie wieder zu dem machen, was sie einst war. Ein Szene-Treff und Publikums-Magnet.

Toiletten für jedes Lokal

Dabei heißt der Kurs nicht schlicht: zurück in die Vergangenheit. Natürlich, auf Bernaus To-Do-Liste stehen ganz simple Fakten wie „Sauberkeit“. „Die Halle wirkt ein wenig verwahrlost“, sagt er. Das müsse sich ändern. Am besten gestern. Bernau übt nicht nur Kritik an den Innenflächen, er bezieht die Außendarstellung durchaus ein.

Beanstandet die Mülltonnenstellplätze sowie die Situation auf dem Markt, wo die Händler Abstellplätze haben, die an eine Dauer-Sperrmüll-Ausstellung in bester Innenstadtlage erinnern. An der Markthalle selbst soll sich natürlich auch einiges ändern. „Jeder Mieter braucht eine eigene Toilettenanlage“, sagt Bernau. Eine außen liegende WC-Anlage für alle Kunden ist für ihn nicht akzeptabel.

Offenen Charakter verstärken

In enger Absprache mit dem Gelsenkirchener Architekten der Halle, Michael Becker, und der Stadt möchte er den offenen Charakter verstärken. „Ich stelle mir Fenster vor, die bis auf den Boden reichen“, sagt er. An den Terrassen im Außenbereich sollen die Treppen zudem verschwinden. Eine neue Außenbeleuchtung soll Gäste anlocken. Neue Pächter im Erdgeschoss sollen das gastronomische Konzept in Buer erweitern.

In Sachen Gastronomie kennt Bernau sich aus. Schließlich betreibt er mit seinem Partner das Tagungs-Hotel Königshof in Garmisch-Partenkirchen. Und besitzt zusammen mit seiner Frau in Dortmund das angesagte „Vetro“. Ein Restaurant, Lounge und Bar-Betrieb, in dem auch Sterne-Koch Björn Freitag gerne mal das Menü zubereitet.

Subway geht raus

Wer konkret demnächst in die Markthalle einzieht, kann oder will Bernau zur Zeit noch nicht sagen. Klar ist inzwischen aber: „Das Subway geht raus“. Näheres zum zukünftigen Angebot will Thomas Bernau in etwa zwei Wochen mitteilen.

Ansonsten will Bernau das „Flächenlayout“ der Halle verändern. Möchte eine Decke zwischen den beiden Etagen einziehen, um so auch die zu bewirtschaftende Fläche und damit die Mieteinnahmen zu erhöhen. „Wir planen im oberen Segment aber keine Luxus-Wohnungen“, erklärt er. Dort könnte er sich Arztpraxen oder Anwaltskanzleien vorstellen.

Keine Spielhalle

Eines – was gerüchteweise in Buer kolportiert wurde – schließt Bernau für die Markthalle übrigens aus: eine Spielhalle. Dabei ist er durchaus stolz, an einem der Flaggschiffe der Szene beteiligt zu sein: dem eleganten Ufo-Kasino am Centro in Oberhausen. „Es ist, glaube ich, ein gelungener Ausdruck für meine Vorstellung von toller Architektur“, sagt Bernau. Und ergänzt: „Schließlich habe ich das Geld für Investitionen wie in die Markthalle im Spielhallenbereich verdient.“